Catalogue
Auction 64
All Artworks (325)
251
Polke, Sigmar
(Oels in Schlesien 1941 - 2010 Köln)
Bargeld lacht. Farboffset u. Farbsiebdruck auf Karton. 2002. 69,8 x 50 cm (Darstellung u. Blatt). Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. nummeriert "40/70".
Nicht mehr bei Becker/von der Osten - Zwei kleine Läsuren.
(Oels in Schlesien 1941 - 2010 Köln)
Bargeld lacht. Farboffset u. Farbsiebdruck auf Karton. 2002. 69,8 x 50 cm (Darstellung u. Blatt). Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. nummeriert "40/70".
Nicht mehr bei Becker/von der Osten - Zwei kleine Läsuren.
252
Querner, Curt
(Börnchen bei Freital 1904 - 1976 Kreischa)
Die Gasse im Winter (Frankes Haus). Aquarell auf Büttenkarton. 1970. 37,8 x 56 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert u. datiert (27.1.70). Verso, signiert, datiert, betitelt, bezeichnet "XooX" u. mit Adresse sowie Widmung vom 17.5.73 versehen.
Dittrich B 1837 (hier irrtümlicherweise auf den 24.1. datiert) - Geschenk zur Erinnerung an den "Börnchen-Karsdorf-Besuch" von Susanne Dodel 1973.
(Börnchen bei Freital 1904 - 1976 Kreischa)
Die Gasse im Winter (Frankes Haus). Aquarell auf Büttenkarton. 1970. 37,8 x 56 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert u. datiert (27.1.70). Verso, signiert, datiert, betitelt, bezeichnet "XooX" u. mit Adresse sowie Widmung vom 17.5.73 versehen.
Dittrich B 1837 (hier irrtümlicherweise auf den 24.1. datiert) - Geschenk zur Erinnerung an den "Börnchen-Karsdorf-Besuch" von Susanne Dodel 1973.
253*
Quinte, Lothar
(Neisse 1923 - 2000 Wintzenbach)
Goa. Gouache auf faserigem Japan. 1991. 90,7 x 61,5 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. betitelt.
(Neisse 1923 - 2000 Wintzenbach)
Goa. Gouache auf faserigem Japan. 1991. 90,7 x 61,5 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. betitelt.
254
Radziwill, Franz
(Strohausen 1895 - 1983 Wilhelmshaven)
Bauernhof bei Dangast. Aquarell u. Feder in Tusche auf bräunlichem Karton. 1924. 36 x 49 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso von fremder Hand bezeichnet "Schmieding".
Vermutlich Seeba 2473 (ohne Abb.) - Provenienz: Vom Vorbesitzer in der Galerie Nierendorf, Berlin, erworben. - 1923 hatte Radziwill ein ehemaliges Fischerhaus in Dangast erworben und sich dort niedergelassen. Angeregt durch das dort erfahrbare Naturerlebnis begann er, sich von einer rein expressionistischen Darstellungsweise zu distanzieren und die Veranschaulichung der wiederentdeckten Wirklichkeit ins Zentrum zu stellen, indem er die Dangaster Landschaft als mystisches Naturschauspiel festhielt. - Leichte Lager- und Alterungsspuren.
(Strohausen 1895 - 1983 Wilhelmshaven)
Bauernhof bei Dangast. Aquarell u. Feder in Tusche auf bräunlichem Karton. 1924. 36 x 49 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso von fremder Hand bezeichnet "Schmieding".
Vermutlich Seeba 2473 (ohne Abb.) - Provenienz: Vom Vorbesitzer in der Galerie Nierendorf, Berlin, erworben. - 1923 hatte Radziwill ein ehemaliges Fischerhaus in Dangast erworben und sich dort niedergelassen. Angeregt durch das dort erfahrbare Naturerlebnis begann er, sich von einer rein expressionistischen Darstellungsweise zu distanzieren und die Veranschaulichung der wiederentdeckten Wirklichkeit ins Zentrum zu stellen, indem er die Dangaster Landschaft als mystisches Naturschauspiel festhielt. - Leichte Lager- und Alterungsspuren.
256*
Rainer, Arnulf
(Baden bei Wien 1929 - 2025 Wien)
William Blake. Öl u. Ölkreide über Schwarzweißfotografie auf Karton. 1984. 60,6 x 51 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert. Verso österreichischer Zollstempel.
Provenienz: Sammlung The Capital Group, Los Angeles. - Übermalung des Christus-Kopfes aus der Arbeit "Christus erscheint seinen Jüngern" von William Blake (um 1795).
(Baden bei Wien 1929 - 2025 Wien)
William Blake. Öl u. Ölkreide über Schwarzweißfotografie auf Karton. 1984. 60,6 x 51 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert. Verso österreichischer Zollstempel.
Provenienz: Sammlung The Capital Group, Los Angeles. - Übermalung des Christus-Kopfes aus der Arbeit "Christus erscheint seinen Jüngern" von William Blake (um 1795).
258
Réth, Alfréd
(d.i. Alfréd Roth, Budapest 1884 - 1966 Paris)
o.T. (Komposition). Mischtechnik (Öl, Tempera, Quarzsand, Keramiksplitter) auf Holz. 1947. 37,7 x 45,7 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Der ungarisch-französische Maler Alfréd Réth gehört zu den stilistisch vielfältigsten Künstlern der Klassischen Moderne. Ausgehend von frühen Auseinandersetzungen mit dem Kubismus entwickelte er eine eigenständige Bildsprache, in der sich strukturierte Flächen, organische Rundungen und ein sensibles Gespür für Materialität miteinander verbinden. Seine Ausbildung absolvierte er an der Schule von Nagybánya, Paris und Florenz. Nach ersten Ausstellungserfolgen in Paris - Réth präsentierte seine Werke dort unter anderem mit Henri Matisse, Fernand Léger, Jean Metzinger und Georges Braque - zeigte Herwarth Walden 1913 in seiner berühmten Berliner Sturm-Galerie 80 kubistische Arbeiten des Malers. Nach dem Ersten Weltkrieg vollzog er seine Stilentwicklung zur vollständigen Abstraktion, der er bis zu seinem Tod in verschiedenen Ausprägungen treu blieb. Anfang der 1930er Jahre wurde er Mitglied der Künstlervereinigung "Abstraction-Création", der auch Wassily Kandinsky und Hans Arp angehörten und beteiligte sich in den folgenden Jahren an zahlreichen Ausstellungen abstrakter Malerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er, verschiedene Materialien von unterschiedlicher Textur in seine Werke zu integrieren. - Stellenweise Craquelé.
(d.i. Alfréd Roth, Budapest 1884 - 1966 Paris)
o.T. (Komposition). Mischtechnik (Öl, Tempera, Quarzsand, Keramiksplitter) auf Holz. 1947. 37,7 x 45,7 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Der ungarisch-französische Maler Alfréd Réth gehört zu den stilistisch vielfältigsten Künstlern der Klassischen Moderne. Ausgehend von frühen Auseinandersetzungen mit dem Kubismus entwickelte er eine eigenständige Bildsprache, in der sich strukturierte Flächen, organische Rundungen und ein sensibles Gespür für Materialität miteinander verbinden. Seine Ausbildung absolvierte er an der Schule von Nagybánya, Paris und Florenz. Nach ersten Ausstellungserfolgen in Paris - Réth präsentierte seine Werke dort unter anderem mit Henri Matisse, Fernand Léger, Jean Metzinger und Georges Braque - zeigte Herwarth Walden 1913 in seiner berühmten Berliner Sturm-Galerie 80 kubistische Arbeiten des Malers. Nach dem Ersten Weltkrieg vollzog er seine Stilentwicklung zur vollständigen Abstraktion, der er bis zu seinem Tod in verschiedenen Ausprägungen treu blieb. Anfang der 1930er Jahre wurde er Mitglied der Künstlervereinigung "Abstraction-Création", der auch Wassily Kandinsky und Hans Arp angehörten und beteiligte sich in den folgenden Jahren an zahlreichen Ausstellungen abstrakter Malerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er, verschiedene Materialien von unterschiedlicher Textur in seine Werke zu integrieren. - Stellenweise Craquelé.
260
Richter, Gerhard
(Dresden 1932 - lebt in Köln)
Meer. Farboffset auf leichtem Karton, cellophaniert, auf Karton. 1972/73. 25 x 24,9 (67 x 65) cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert (1973) u. nummeriert "226/250".
Butin/Gronert 48 - Die Cellophanierung in den Ecken teils minimal gelöst.
(Dresden 1932 - lebt in Köln)
Meer. Farboffset auf leichtem Karton, cellophaniert, auf Karton. 1972/73. 25 x 24,9 (67 x 65) cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert (1973) u. nummeriert "226/250".
Butin/Gronert 48 - Die Cellophanierung in den Ecken teils minimal gelöst.
261
Roehr, Peter
(Lauenburg/Elbe 1944 - 1968 Frankfurt am Main)
o.T. (TY-117). Schreibmaschine auf Papier. 1965. 7,7 x 7,7 (Blatt: 24 x 21) cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Verso Nachlaßstempel, dort handschriftlich mit der Werkverzeichnisnummer "TY-117" versehen.
Die Arbeit ist im Online-Archiv des Künstlers, erstellt vom Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, unter der Nummer "TY-117" verzeichnet. - Ausgestellt und abgebildet in: Peter Roehr. 37 works. Berlin u.a., Villa Grisebach, 2016, Katalog-Nr. 6, ohne Seitenangaben.
(Lauenburg/Elbe 1944 - 1968 Frankfurt am Main)
o.T. (TY-117). Schreibmaschine auf Papier. 1965. 7,7 x 7,7 (Blatt: 24 x 21) cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Verso Nachlaßstempel, dort handschriftlich mit der Werkverzeichnisnummer "TY-117" versehen.
Die Arbeit ist im Online-Archiv des Künstlers, erstellt vom Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, unter der Nummer "TY-117" verzeichnet. - Ausgestellt und abgebildet in: Peter Roehr. 37 works. Berlin u.a., Villa Grisebach, 2016, Katalog-Nr. 6, ohne Seitenangaben.
262
Roeder, Emy
(Würzburg 1890 - 1971 Mainz)
Zwei Pferde - Ruhende Schafe. Zwei Blatt. Schwarze Kreide auf Vliespapier. 1938. 20,3 x 24,2 bzw. 18 x 24,1 cm, jeweils unter Passepartout.
Jeweils monogrammiert u. datiert.
Nicht bei Gerke - Leichte Alterungs- und Lagerspuren.
(Würzburg 1890 - 1971 Mainz)
Zwei Pferde - Ruhende Schafe. Zwei Blatt. Schwarze Kreide auf Vliespapier. 1938. 20,3 x 24,2 bzw. 18 x 24,1 cm, jeweils unter Passepartout.
Jeweils monogrammiert u. datiert.
Nicht bei Gerke - Leichte Alterungs- und Lagerspuren.
263
Rohlfs, Christian
(Niendorf 1849 - 1938 Hagen)
Lilien auf rotem Grund. Wassertempera auf Karton. 1918. 53,7 x 44 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert u. datiert.
Vogt 1918/31 - Provenienz: Sammlung Adalbert und Thilda Colsman, Langenberg, seitdem in Familienbesitz; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. - Christian Rohlfs hatte im Verlauf seines langen künstlerischen Schaffens die Ölmalerei zunehmend zugunsten einer reinen Aquarell- und Temperatechnik zurückgestellt. Diese Hinwendung zu leichteren, transparenteren Materialien bedeutete keineswegs einen Rückzug, sondern eröffnete ihm neue Möglichkeiten farblicher Differenzierung und gesteigerter Leuchtkraft. "Seine Malerei ist Musik der Farben. Jeder Ton, jedes Verhältnis zweier Töne entwickelt Reize. Seine Ausschnitte sind so gewählt, daß Mengen und Gegensätze der Farben im Gleichgewichte stehen. Auch die Linien sind vor allem Grenzen für Farbenkomplexe und nur selten, wie zufällig, Mittel einer Raumsuggestion.", schrieb Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang Museums in Hagen, 1905 zur Kunst von Christian Rohlfs (in: Die Rheinlande, Heft 3, 9.1905, S. 103 f.). Im Jahr 1918 lernte Rohlfs die junge Helene Vogt kennen, die bald als Sekretärin in seine Dienste trat. In den folgenden Monaten reisten beide gemeinsam nach Weimar und Erfurt; ein Jahr später wurde im Hagener Museum Folkwang die Ehe geschlossen. Diese persönliche Neuorientierung ging mit einer spürbaren künstlerischen Aufbruchsstimmung einher. Vor allem in der Wassertempera entstanden Bilder von bislang unerreichter Intensität: Die Farben erscheinen freudiger, voller und im Ton gesteigert. Auch im vorliegenden Werk manifestiert sich dieses meisterliche Können eindrucksvoll. Mit vollendetem Farbgefühl und rhythmisierendem Pinselduktus verleiht Rohlfs dem schlichten Lilienstrauß malerischen Glanz und eine wild vibrierende, beinahe überschäumende Daseinsfreude. - Minimale Lagerspuren.
(Niendorf 1849 - 1938 Hagen)
Lilien auf rotem Grund. Wassertempera auf Karton. 1918. 53,7 x 44 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert u. datiert.
Vogt 1918/31 - Provenienz: Sammlung Adalbert und Thilda Colsman, Langenberg, seitdem in Familienbesitz; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. - Christian Rohlfs hatte im Verlauf seines langen künstlerischen Schaffens die Ölmalerei zunehmend zugunsten einer reinen Aquarell- und Temperatechnik zurückgestellt. Diese Hinwendung zu leichteren, transparenteren Materialien bedeutete keineswegs einen Rückzug, sondern eröffnete ihm neue Möglichkeiten farblicher Differenzierung und gesteigerter Leuchtkraft. "Seine Malerei ist Musik der Farben. Jeder Ton, jedes Verhältnis zweier Töne entwickelt Reize. Seine Ausschnitte sind so gewählt, daß Mengen und Gegensätze der Farben im Gleichgewichte stehen. Auch die Linien sind vor allem Grenzen für Farbenkomplexe und nur selten, wie zufällig, Mittel einer Raumsuggestion.", schrieb Karl Ernst Osthaus, der Gründer des Folkwang Museums in Hagen, 1905 zur Kunst von Christian Rohlfs (in: Die Rheinlande, Heft 3, 9.1905, S. 103 f.). Im Jahr 1918 lernte Rohlfs die junge Helene Vogt kennen, die bald als Sekretärin in seine Dienste trat. In den folgenden Monaten reisten beide gemeinsam nach Weimar und Erfurt; ein Jahr später wurde im Hagener Museum Folkwang die Ehe geschlossen. Diese persönliche Neuorientierung ging mit einer spürbaren künstlerischen Aufbruchsstimmung einher. Vor allem in der Wassertempera entstanden Bilder von bislang unerreichter Intensität: Die Farben erscheinen freudiger, voller und im Ton gesteigert. Auch im vorliegenden Werk manifestiert sich dieses meisterliche Können eindrucksvoll. Mit vollendetem Farbgefühl und rhythmisierendem Pinselduktus verleiht Rohlfs dem schlichten Lilienstrauß malerischen Glanz und eine wild vibrierende, beinahe überschäumende Daseinsfreude. - Minimale Lagerspuren.
264
Sagewka, Ernst
(Nikolaihorst in Ostpreußen 1883 - 1959 Bielefeld)
Roter Mohn. Öl auf Leinwand. 1924. 48,5 x 42,5 cm. Gerahmt.
Monogrammiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt.
Sagewka 213 G - Ausgestellt und abgebildet in: Ernst Sagewka. Bielefeld, Kulturhistorisches Museum, 1982, Katalog-Nr. 30 sowie in: Ernst Sagewka. Hiddenhausen, Rathaus, 2008, Katalog-Nr. 30. - Eine kleine Retusche.
(Nikolaihorst in Ostpreußen 1883 - 1959 Bielefeld)
Roter Mohn. Öl auf Leinwand. 1924. 48,5 x 42,5 cm. Gerahmt.
Monogrammiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt.
Sagewka 213 G - Ausgestellt und abgebildet in: Ernst Sagewka. Bielefeld, Kulturhistorisches Museum, 1982, Katalog-Nr. 30 sowie in: Ernst Sagewka. Hiddenhausen, Rathaus, 2008, Katalog-Nr. 30. - Eine kleine Retusche.
265
Sagewka, Ernst
(Nikolaihorst in Ostpreußen 1883 - 1959 Bielefeld)
Aus Paderborn (Dom). Öl auf Schichtholz. 1923. 68,5 x 48,7 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert, betitelt u. mit Ausstellungsetikett versehen.
Sagewka 212 G - Ausgestellt und abgebildet in: Ernst Sagewka. Hiddenhausen, Rathaus, 2008, Katalog-Nr. 29 sowie ausgestellt in: Ernst Sagewka. Bielefeld, Kulturhistorisches Museum, 1982, Katalog-Nr. 25. - Unser 1923 entstandenes Gemälde mit dem Dom von Paderborn nimmt innerhalb des Oeuvres von Ernst Sagewka eine besondere Stellung ein: Es verbindet die Darstellung eines regional bedeutenden Sakralbaus mit einer Bildsprache, die deutlich vom Expressionismus der frühen 1920er Jahre geprägt ist. Der Paderborner Dom erscheint nicht als nüchtern wiedergegebene Architektur, sondern als emotional aufgeladener Bildmittelpunkt, der sich aus dem umgebenden Stadtraum erhebt. Sagewka arbeitet mit kräftigen Farbkontrasten und einer bewegten, teils pastosen Pinselführung. Die warmen Gelb- und Ockertöne der Bürgerhäuser stehen im Spannungsverhältnis zu den kühlen Blau- und Grautönen des Doms und des Himmels. Diese Gegensätze verleihen dem Bild eine außerordentliche Dynamik und verweisen auf die expressionistische Auffassung von Farbe als Ausdrucksträger innerer Empfindung. Die Architektur scheint weniger statisch als vielmehr belebt; Himmel und Baukörper treten in einen Dialog, der über das rein Gegenständliche hinausweist. - Seit 1892 in Westfalen ansässig, beginnt Sagewka 1901 eine Lehre als Kirchenmaler. 1904 folgt der Eintritt in die Fachschule der Malerinnung in Bielefeld, 1907 der Beginn des Studiums an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Nach dem Ersten Weltkrieg lässt sich Sagewka als freischaffender Künstler in Bielefeld nieder. In den folgenden Jahren nimmt er an zahlreichen Einzel- und Kollektivausstellungen teil. 1937 werden seine als "entartet" bezeichneten Werke aus der Sammlung des Städtischen Kunsthauses in Bielefeld entfernt. - Stellenweise leichtes Craquelé. Vereinzelte Retuschen.
(Nikolaihorst in Ostpreußen 1883 - 1959 Bielefeld)
Aus Paderborn (Dom). Öl auf Schichtholz. 1923. 68,5 x 48,7 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert, betitelt u. mit Ausstellungsetikett versehen.
Sagewka 212 G - Ausgestellt und abgebildet in: Ernst Sagewka. Hiddenhausen, Rathaus, 2008, Katalog-Nr. 29 sowie ausgestellt in: Ernst Sagewka. Bielefeld, Kulturhistorisches Museum, 1982, Katalog-Nr. 25. - Unser 1923 entstandenes Gemälde mit dem Dom von Paderborn nimmt innerhalb des Oeuvres von Ernst Sagewka eine besondere Stellung ein: Es verbindet die Darstellung eines regional bedeutenden Sakralbaus mit einer Bildsprache, die deutlich vom Expressionismus der frühen 1920er Jahre geprägt ist. Der Paderborner Dom erscheint nicht als nüchtern wiedergegebene Architektur, sondern als emotional aufgeladener Bildmittelpunkt, der sich aus dem umgebenden Stadtraum erhebt. Sagewka arbeitet mit kräftigen Farbkontrasten und einer bewegten, teils pastosen Pinselführung. Die warmen Gelb- und Ockertöne der Bürgerhäuser stehen im Spannungsverhältnis zu den kühlen Blau- und Grautönen des Doms und des Himmels. Diese Gegensätze verleihen dem Bild eine außerordentliche Dynamik und verweisen auf die expressionistische Auffassung von Farbe als Ausdrucksträger innerer Empfindung. Die Architektur scheint weniger statisch als vielmehr belebt; Himmel und Baukörper treten in einen Dialog, der über das rein Gegenständliche hinausweist. - Seit 1892 in Westfalen ansässig, beginnt Sagewka 1901 eine Lehre als Kirchenmaler. 1904 folgt der Eintritt in die Fachschule der Malerinnung in Bielefeld, 1907 der Beginn des Studiums an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule. Nach dem Ersten Weltkrieg lässt sich Sagewka als freischaffender Künstler in Bielefeld nieder. In den folgenden Jahren nimmt er an zahlreichen Einzel- und Kollektivausstellungen teil. 1937 werden seine als "entartet" bezeichneten Werke aus der Sammlung des Städtischen Kunsthauses in Bielefeld entfernt. - Stellenweise leichtes Craquelé. Vereinzelte Retuschen.
266
Scharl, Josef
(München 1896 - 1954 New York)
Paar. Gouache auf Papier. 1932. 34,2 x 44,6 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Provenienz: Nachlass des Künstlers; vom Vorbesitzer in der Galerie Nierendorf, Berlin, erworben (Authentizitätsbestätigung der Galerie vom 14. Juni 2021 in Kopie beigegeben). - Ausgestellt und abgebildet u.a. in: Josef Scharl. Gouachen und Zeichnungen. Berlin, Galerie Nierendorf, Katalog-Nr. 7, S. 5. sowie ausgestellt in: Keith Mayerson und Meister des Expressionismus. Berlin, Galerie Weiss, 2018. - Drei kleine restaurierte Einrisse. Der linke Blattrand leicht perforiert.
(München 1896 - 1954 New York)
Paar. Gouache auf Papier. 1932. 34,2 x 44,6 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Provenienz: Nachlass des Künstlers; vom Vorbesitzer in der Galerie Nierendorf, Berlin, erworben (Authentizitätsbestätigung der Galerie vom 14. Juni 2021 in Kopie beigegeben). - Ausgestellt und abgebildet u.a. in: Josef Scharl. Gouachen und Zeichnungen. Berlin, Galerie Nierendorf, Katalog-Nr. 7, S. 5. sowie ausgestellt in: Keith Mayerson und Meister des Expressionismus. Berlin, Galerie Weiss, 2018. - Drei kleine restaurierte Einrisse. Der linke Blattrand leicht perforiert.
267
Scheiber, Hugó
(1873 Budapest 1950)
Tänzerin mit Orchester. Gouache u. Pastell, teils laviert, auf Karton. 1937. 67,4 x 47,5 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert u. mit Widmung versehen.
Provenienz: Von der Vorbesitzerin in der Galerie Schwarzer, Düsseldorf, erworben (Rechnung in Kopie beigegeben). - Leichte Lager- und Alterungsspuren.
(1873 Budapest 1950)
Tänzerin mit Orchester. Gouache u. Pastell, teils laviert, auf Karton. 1937. 67,4 x 47,5 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert u. mit Widmung versehen.
Provenienz: Von der Vorbesitzerin in der Galerie Schwarzer, Düsseldorf, erworben (Rechnung in Kopie beigegeben). - Leichte Lager- und Alterungsspuren.
268
Scheib, Hans
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Gisela. Holz, farbig bemalt. 2019. 106 x 25 x 25 cm.
Auf der Standfläche signiert, datiert u. betitelt.
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Gisela. Holz, farbig bemalt. 2019. 106 x 25 x 25 cm.
Auf der Standfläche signiert, datiert u. betitelt.
269
Scheib, Hans
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Alice. Bronze mit roter Patina, bemalt. 2000. 45,5 x 7 x 6 cm.
Auf der Innenfläche signiert, datiert u. nummeriert "1/6".
Scheib 2000/20.
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Alice. Bronze mit roter Patina, bemalt. 2000. 45,5 x 7 x 6 cm.
Auf der Innenfläche signiert, datiert u. nummeriert "1/6".
Scheib 2000/20.
270
Scheib, Hans
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Frau mit Handtasche. Bronze mit schwarzgrüner Patina, bemalt. 2000. 47,5 x 6,5 x 5,5 cm.
Auf der Innenfläche signiert u. nummeriert "4/6".
Scheib 2000/12.
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Frau mit Handtasche. Bronze mit schwarzgrüner Patina, bemalt. 2000. 47,5 x 6,5 x 5,5 cm.
Auf der Innenfläche signiert u. nummeriert "4/6".
Scheib 2000/12.
271
Scheib, Hans
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Desiree. Bronze mit schwarzer Patina, bemalt. 2000. 45,7 x 7 x 6,5 cm.
Auf der Innenfläche signiert, datiert u. nummeriert "5/6".
Scheib 2000/19 - Die Patina leicht unregelmäßig.
(Potsdam 1949 - 2026 Berlin)
Desiree. Bronze mit schwarzer Patina, bemalt. 2000. 45,7 x 7 x 6,5 cm.
Auf der Innenfläche signiert, datiert u. nummeriert "5/6".
Scheib 2000/19 - Die Patina leicht unregelmäßig.
272
Schiestl-Arding, Albert
(Erding bei München 1883 - 1937 Bremen)
Selbstbildnis. Öl auf Leinwand. 1912. 60,5 x 50,5 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert u. mit der Ortsangabe "Bremen" versehen.
Das 1912 in Bremen entstandene Selbstbildnis zeigt den Künstler in nüchterner, eindringlicher Darstellung. Weniger als repräsentatives Porträt denn als psychologische Selbstbefragung angelegt, verbindet das Werk sachliche Beobachtung mit innerer Spannung. An der Münchner Akademie ausgebildet, lebte Schiestl-Arding seit den frühen 1910er Jahren in Bremen, bevor er sich ab 1916 dauerhaft in Worpswede niederließ. Das vorliegende Selbstbildnis markiert einen wichtigen Moment seiner künstlerischen Selbstfindung und nimmt zentrale Aspekte seines späteren Oeuvres vorweg: die Konzentration auf das Wesentliche, die expressive Verdichtung der Form und das nachhaltige Interesse am menschlichen Ausdruck. - Craquelé sowie stellenweise kleinere Retuschen. Randdoubliert.
(Erding bei München 1883 - 1937 Bremen)
Selbstbildnis. Öl auf Leinwand. 1912. 60,5 x 50,5 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert u. mit der Ortsangabe "Bremen" versehen.
Das 1912 in Bremen entstandene Selbstbildnis zeigt den Künstler in nüchterner, eindringlicher Darstellung. Weniger als repräsentatives Porträt denn als psychologische Selbstbefragung angelegt, verbindet das Werk sachliche Beobachtung mit innerer Spannung. An der Münchner Akademie ausgebildet, lebte Schiestl-Arding seit den frühen 1910er Jahren in Bremen, bevor er sich ab 1916 dauerhaft in Worpswede niederließ. Das vorliegende Selbstbildnis markiert einen wichtigen Moment seiner künstlerischen Selbstfindung und nimmt zentrale Aspekte seines späteren Oeuvres vorweg: die Konzentration auf das Wesentliche, die expressive Verdichtung der Form und das nachhaltige Interesse am menschlichen Ausdruck. - Craquelé sowie stellenweise kleinere Retuschen. Randdoubliert.
273*
Schindler, Theodor
(1870 Malsch 1950)
Stilleben mit Spielzeug. Öl auf Leinwand. 1910. 58,5 x 75 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Auf der Webseite des Künstlers registriert. - Schindler, vom Mannheimer Tagblatt als "Mannheims Vertreter der Moderne" bezeichnet, zeigte 1909 im Berliner Kunstsalon Paul Cassirer einige seiner Gemälde; auch beteiligte er sich an Ausstellungen der Münchener Secession (1910), der Kunsthalle in Bremen und der Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes in Köln (1912). - Craquelé sowie vereinzelte kleine Retuschen.
(1870 Malsch 1950)
Stilleben mit Spielzeug. Öl auf Leinwand. 1910. 58,5 x 75 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Auf der Webseite des Künstlers registriert. - Schindler, vom Mannheimer Tagblatt als "Mannheims Vertreter der Moderne" bezeichnet, zeigte 1909 im Berliner Kunstsalon Paul Cassirer einige seiner Gemälde; auch beteiligte er sich an Ausstellungen der Münchener Secession (1910), der Kunsthalle in Bremen und der Internationalen Kunstausstellung des Sonderbundes in Köln (1912). - Craquelé sowie vereinzelte kleine Retuschen.
274
Schipper, Marinus
(Wilhelminadorp 1897 - 1987 Goes)
Stilleben mit Topfpflanze und Zitrusfrüchten. Öl auf Leinwand. 1928. 65,5 x 50 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Als Autodidakt stellte Schipper ab 1925 regelmäßig mit der Künstlergruppe De Onafhankelijken (Die Unabhängigen) aus. 1929 organisierte die Gruppe im Stedelijk Museum in Amsterdam die einzige große internationale Ausstellung der Neuen Sachlichkeit, an der zahlreiche deutsche Künstler beteiligt waren; Schipper war dort mit zwei Stilleben in Öl vertreten (Katalog-Nr. 282 u. 283). Um 1936 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe De Groep und lehrte später an den Kunstakademien in Rotterdam und Den Haag. - Craquelé. Vereinzelte winzige Farbverluste. Die Leinwand doubliert.
(Wilhelminadorp 1897 - 1987 Goes)
Stilleben mit Topfpflanze und Zitrusfrüchten. Öl auf Leinwand. 1928. 65,5 x 50 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Als Autodidakt stellte Schipper ab 1925 regelmäßig mit der Künstlergruppe De Onafhankelijken (Die Unabhängigen) aus. 1929 organisierte die Gruppe im Stedelijk Museum in Amsterdam die einzige große internationale Ausstellung der Neuen Sachlichkeit, an der zahlreiche deutsche Künstler beteiligt waren; Schipper war dort mit zwei Stilleben in Öl vertreten (Katalog-Nr. 282 u. 283). Um 1936 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe De Groep und lehrte später an den Kunstakademien in Rotterdam und Den Haag. - Craquelé. Vereinzelte winzige Farbverluste. Die Leinwand doubliert.
275
Schmidt-Rottluff, Karl
(Rottluff 1884 - 1976 Berlin)
Stilleben mit Krokustopf. Lithographie auf leichtem Karton. 1953/54. 44 x 55,9 (54 x 64,2) cm, unter Passepartout.
Signiert.
Rathenau L 38 - Jahresgabe der Kestner-Gesellschaft, Hannover, 1954-55. - Im früheren Passepartoutausschnitt leicht gebräunt. Der volle Rand stellenweise leicht stockfleckig und minimal knitterspurig.
(Rottluff 1884 - 1976 Berlin)
Stilleben mit Krokustopf. Lithographie auf leichtem Karton. 1953/54. 44 x 55,9 (54 x 64,2) cm, unter Passepartout.
Signiert.
Rathenau L 38 - Jahresgabe der Kestner-Gesellschaft, Hannover, 1954-55. - Im früheren Passepartoutausschnitt leicht gebräunt. Der volle Rand stellenweise leicht stockfleckig und minimal knitterspurig.
277
Schoen, Klaus-Jürgen
(Königsberg 1931 - 2018 Berlin)
Spiegelung 16. Acryl auf Leinwand auf asymmetrisch geformtem Keilrahmen. 1996. 191 x 163 cm. Gerahmt.
Verso signiert, datiert u. betitelt.
Abgebildet in: Kunst als Konzept. Konkrete und geometrische Tendenzen seit 1960 im Werk deutscher Künstler aus Ost- und Südosteuropa. Regensburg, Ostdeutsche Galerie, 1996, Katalog-Nr. 157. - Vgl. die Serie der Spiegelungen in: Hans-Peter Riese, Klaus J. Schoen, Köln 2015, S. 288-303. - Das Werk wird als Rhombus gehängt. Quadratisch gemessen sind die Maße 134,5 x 134,5 cm. - Leichte Lagerspuren.
(Königsberg 1931 - 2018 Berlin)
Spiegelung 16. Acryl auf Leinwand auf asymmetrisch geformtem Keilrahmen. 1996. 191 x 163 cm. Gerahmt.
Verso signiert, datiert u. betitelt.
Abgebildet in: Kunst als Konzept. Konkrete und geometrische Tendenzen seit 1960 im Werk deutscher Künstler aus Ost- und Südosteuropa. Regensburg, Ostdeutsche Galerie, 1996, Katalog-Nr. 157. - Vgl. die Serie der Spiegelungen in: Hans-Peter Riese, Klaus J. Schoen, Köln 2015, S. 288-303. - Das Werk wird als Rhombus gehängt. Quadratisch gemessen sind die Maße 134,5 x 134,5 cm. - Leichte Lagerspuren.
278
Scholz, Georg
(Wolfenbüttel 1890 - 1945 Waldkirch)
Kopf Alfred Hildinger (Studie zu "Der Mestize"). Aquarell über Bleistift auf Karton. Um 1920. 25 x 23 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Signiert.
Sternfeld 216 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Karlsruhe, seitdem in Familienbesitz. - Ausgestellt in: Georg Scholz. Ein Beitrag zur Diskussion realistischer Kunst. Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1975, Katalog-Nr. 38. - Bei unserem Aquarell handelt es sich um eine Studie zum verschollenen Gemälde "Der Mestize" von 1920 (Sternfeld 32): "Dieses außergewöhnliche Gemälde, das bedauerlicherweise nur in einer Schwarzweißphotographie überliefert ist, wurde von dem progressiven Direktor der Karlsruher Landesgalerie, Dr. Willi F. Storck, 1922 für den Bestand des Museums angekauft. Storcks Nachfolgerin Lilly Fischel tauschte dieses Bild 1928 gegen Scholz' 'Blick aus dem Küchenfenster'. Offenbar holte Scholz das Gemälde nie in der Kunsthalle ab, denn am 30.8.1937 wurde es an die Reichskammer der Bildenden Künste Berlin abgegeben bzw. beschlagnahmt und ist seither verschollen." (Sternfeld, S. 123) Erhalten geblieben ist vorliegende Kopfstudie, die deutlich erkennen lässt, dass Scholz keineswegs einen unbekannten Jungen porträtierte. Tatsächlich diente ihm sein Schwager Alfred Hildinger als Modell. Dessen von Zeitgenossen als "südländisch" beschriebenes Erscheinungsbild sowie die allgemeine Wildwest-Begeisterung der Zeit dürfte dem Künstler den Anstoß gegeben haben, die Szenerie in ein südamerikanisches Land, vermutlich Uruguay, zu versetzen. Dort wurde ab 1861 in Fray Bentos nach dem Verfahren des deutschen Chemikers Justus von Liebig in großen Mengen Fleischextrakt durch die Liebig's Extract of Meat Company hergestellt, deren Fabrik im Bildhintergrund dargestellt ist. "Der Mestize" von 1920 ist eines der frühesten malerischen Beispiele für Scholz' sarkastisch-sozialkritischen Realismus und enthält bereits alle Merkmale, die vom "Zeitungsträger" bis zum "Selbstbildnis vor Litfaßsäule" kennzeichnend für ihn geblieben sind: "[...] die statische Verbindung einer angeschnittenen, nah ins Bildfeld gerückten Vordergrundfigur mit einer real erscheinenden Kulisse. Während der einsame Matrose mit einem Wunschtraum konfrontiert ist, steht der Mestize vor einem Hintergrund, der in seiner Realität so überzeichnet ist, daß er als wirkliche Lebenswelt Züge der Fremdheit bekommt." (Siegmar Holsten, in: Georg Scholz. Gemälde. Zeichnungen. Druckgraphik. Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, 1990, S. 15) - Vereinzelte Lagerspuren.
(Wolfenbüttel 1890 - 1945 Waldkirch)
Kopf Alfred Hildinger (Studie zu "Der Mestize"). Aquarell über Bleistift auf Karton. Um 1920. 25 x 23 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Signiert.
Sternfeld 216 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Karlsruhe, seitdem in Familienbesitz. - Ausgestellt in: Georg Scholz. Ein Beitrag zur Diskussion realistischer Kunst. Karlsruhe, Badischer Kunstverein, 1975, Katalog-Nr. 38. - Bei unserem Aquarell handelt es sich um eine Studie zum verschollenen Gemälde "Der Mestize" von 1920 (Sternfeld 32): "Dieses außergewöhnliche Gemälde, das bedauerlicherweise nur in einer Schwarzweißphotographie überliefert ist, wurde von dem progressiven Direktor der Karlsruher Landesgalerie, Dr. Willi F. Storck, 1922 für den Bestand des Museums angekauft. Storcks Nachfolgerin Lilly Fischel tauschte dieses Bild 1928 gegen Scholz' 'Blick aus dem Küchenfenster'. Offenbar holte Scholz das Gemälde nie in der Kunsthalle ab, denn am 30.8.1937 wurde es an die Reichskammer der Bildenden Künste Berlin abgegeben bzw. beschlagnahmt und ist seither verschollen." (Sternfeld, S. 123) Erhalten geblieben ist vorliegende Kopfstudie, die deutlich erkennen lässt, dass Scholz keineswegs einen unbekannten Jungen porträtierte. Tatsächlich diente ihm sein Schwager Alfred Hildinger als Modell. Dessen von Zeitgenossen als "südländisch" beschriebenes Erscheinungsbild sowie die allgemeine Wildwest-Begeisterung der Zeit dürfte dem Künstler den Anstoß gegeben haben, die Szenerie in ein südamerikanisches Land, vermutlich Uruguay, zu versetzen. Dort wurde ab 1861 in Fray Bentos nach dem Verfahren des deutschen Chemikers Justus von Liebig in großen Mengen Fleischextrakt durch die Liebig's Extract of Meat Company hergestellt, deren Fabrik im Bildhintergrund dargestellt ist. "Der Mestize" von 1920 ist eines der frühesten malerischen Beispiele für Scholz' sarkastisch-sozialkritischen Realismus und enthält bereits alle Merkmale, die vom "Zeitungsträger" bis zum "Selbstbildnis vor Litfaßsäule" kennzeichnend für ihn geblieben sind: "[...] die statische Verbindung einer angeschnittenen, nah ins Bildfeld gerückten Vordergrundfigur mit einer real erscheinenden Kulisse. Während der einsame Matrose mit einem Wunschtraum konfrontiert ist, steht der Mestize vor einem Hintergrund, der in seiner Realität so überzeichnet ist, daß er als wirkliche Lebenswelt Züge der Fremdheit bekommt." (Siegmar Holsten, in: Georg Scholz. Gemälde. Zeichnungen. Druckgraphik. Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, 1990, S. 15) - Vereinzelte Lagerspuren.
279*
Schröder-Sonnenstern, Friedrich - Werkstatt
(Kaukehmen 1892 - 1982 Berlin)
Der Fluch des Pfluges. Farbstifte auf festem Schoellershammer Karton. 1959. 70,5 x 99 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. betitelt. Verso signiert u. datiert sowie bezeichnet "Dieses Werk ist eine Originalausführung von Meister persönlich. Berlin W. 30 of 23.1.1959".
Provenienz: Privatsammlung Hessen. - Mit Eigenanteilen von der Hand des Künstlers. - Wir danken Herrn Dr. Klaus Ferentschik, Berlin, für die freundlichen Auskünfte. - Vgl. die Abbildung in: Alfred Bader, Geisteskranker oder Künstler? Bern u.a. 1973, Abb. 36, S. 87. - Die Ränder leicht fingerspurig.
(Kaukehmen 1892 - 1982 Berlin)
Der Fluch des Pfluges. Farbstifte auf festem Schoellershammer Karton. 1959. 70,5 x 99 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. betitelt. Verso signiert u. datiert sowie bezeichnet "Dieses Werk ist eine Originalausführung von Meister persönlich. Berlin W. 30 of 23.1.1959".
Provenienz: Privatsammlung Hessen. - Mit Eigenanteilen von der Hand des Künstlers. - Wir danken Herrn Dr. Klaus Ferentschik, Berlin, für die freundlichen Auskünfte. - Vgl. die Abbildung in: Alfred Bader, Geisteskranker oder Künstler? Bern u.a. 1973, Abb. 36, S. 87. - Die Ränder leicht fingerspurig.
280
Schultze, Bernard
(Schneidemühl 1915 - 2005 Köln)
Feuersturm. Öl auf Leinwand. 2000. 90,5 x 130 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt.
Diederich/Herrmann 00/66 - Provenienz: Galerie Wilbrand, Köln; Privatsammlung Hessen. - Stellenweise minimales Craquelé.
(Schneidemühl 1915 - 2005 Köln)
Feuersturm. Öl auf Leinwand. 2000. 90,5 x 130 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt.
Diederich/Herrmann 00/66 - Provenienz: Galerie Wilbrand, Köln; Privatsammlung Hessen. - Stellenweise minimales Craquelé.
281
Schwitters, Kurt
(Hannover 1887 - 1948 Kendal in England)
Iberschrift das Bolschewismuß. Bleistift u. Collage auf chamoisfarbenem Papier. 1922. 29 x 22 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert, datiert u. betitelt. Mit Widmung an Willy Hänschke vom 2.6.22.
Orchard/Schulz 1080 (dort mit abweichenden Maßangaben) - Provenienz: Sammlung Willy Hänschke, Berlin (Geschenk des Künstlers 1922); 1978 Galerie Gmurzynska, Köln; 1980 Privatsammlung Norddeutschland; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. - Ausgestellt und abgebildet in: Kurt Schwitters. Köln, Galerie Gmurzynska, 1978, Katalog-Nr. 16, S. 42; Verboten - Verfolgt. Kunstdiktatur im 3. Reich. Kunsthalle Wilhelmshaven u.a., 1983, S. 159 (dort betitelt "Anna Blume/Das Bolschewismus") sowie in: Kurt Schwitters. Hannover, Sprengel-Museum, 1986, Katalog-Nr. 52, S. 129. - Insgesamt leicht gebräunt. Der linke Blattrand mit leichten, teils hinterlegten Randläsuren.
(Hannover 1887 - 1948 Kendal in England)
Iberschrift das Bolschewismuß. Bleistift u. Collage auf chamoisfarbenem Papier. 1922. 29 x 22 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert, datiert u. betitelt. Mit Widmung an Willy Hänschke vom 2.6.22.
Orchard/Schulz 1080 (dort mit abweichenden Maßangaben) - Provenienz: Sammlung Willy Hänschke, Berlin (Geschenk des Künstlers 1922); 1978 Galerie Gmurzynska, Köln; 1980 Privatsammlung Norddeutschland; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. - Ausgestellt und abgebildet in: Kurt Schwitters. Köln, Galerie Gmurzynska, 1978, Katalog-Nr. 16, S. 42; Verboten - Verfolgt. Kunstdiktatur im 3. Reich. Kunsthalle Wilhelmshaven u.a., 1983, S. 159 (dort betitelt "Anna Blume/Das Bolschewismus") sowie in: Kurt Schwitters. Hannover, Sprengel-Museum, 1986, Katalog-Nr. 52, S. 129. - Insgesamt leicht gebräunt. Der linke Blattrand mit leichten, teils hinterlegten Randläsuren.
282
Schwontkowski, Norbert
(1949 Bremen 2013)
Regen. Monotypie, überarbeitet, auf chamoisfarbenem Papier. 2006. 40 x 50 (50 x 67,5) cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Provenienz: Von der Vorbesitzerin 2012 in der Galerie beim Steinernen Kreuz Brigitte Seinsoth, Bremen, erworben (Rechnung in Kopie beigegeben). - Im Passepartoutausschnitt gebräunt. Die Blattränder mit vereinzelten kleinen Atelierspuren.
(1949 Bremen 2013)
Regen. Monotypie, überarbeitet, auf chamoisfarbenem Papier. 2006. 40 x 50 (50 x 67,5) cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Provenienz: Von der Vorbesitzerin 2012 in der Galerie beim Steinernen Kreuz Brigitte Seinsoth, Bremen, erworben (Rechnung in Kopie beigegeben). - Im Passepartoutausschnitt gebräunt. Die Blattränder mit vereinzelten kleinen Atelierspuren.
284
Schwontkowski, Norbert
(1949 Bremen 2013)
o.T. (Prinzessin und Fisch). Mischtechnik (Öl, Goldfarbe, Ölkreide, Bleistift) auf zusammenmontierten Stoffstücken. 16 x 42,5 cm. Unter Glas gerahmt.
(1949 Bremen 2013)
o.T. (Prinzessin und Fisch). Mischtechnik (Öl, Goldfarbe, Ölkreide, Bleistift) auf zusammenmontierten Stoffstücken. 16 x 42,5 cm. Unter Glas gerahmt.
285
Schwontkowski, Norbert
(1949 Bremen 2013)
Kopf - Blume. Zwei Blatt. Mischtechnik (Aquarell, Gouache, Bleistift, Goldfarbe, Glitzer) auf bräunlichem Papier. 1993/94. 32 x 23 bzw. 29,6 x 21 cm, Blatt 2 im Passepartout freigestellt. Jeweils unter Glas gerahmt.
Jeweils, teils verso, signiert u. datiert.
(1949 Bremen 2013)
Kopf - Blume. Zwei Blatt. Mischtechnik (Aquarell, Gouache, Bleistift, Goldfarbe, Glitzer) auf bräunlichem Papier. 1993/94. 32 x 23 bzw. 29,6 x 21 cm, Blatt 2 im Passepartout freigestellt. Jeweils unter Glas gerahmt.
Jeweils, teils verso, signiert u. datiert.
