Los 38 aus unserer Frühjahrsauktion am 25. April 2026
Vor dem Gutshof Seelow (Garten in Seelow). Öl auf Leinwand. Um 1910. 96 x 116 cm. Gerahmt.
Signiert.
Ausgestellt in: Theo von Brockhusen. Berlin, Kunstamt Charlottenburg, 1952, Katalog-Nr. 7 (dort auf 1916 datiert) sowie ausgestellt und abgebildet in: Theo von Brockhusen. Ein Maler zwischen Impressionismus und Expressionismus. Regensburg, Museum Ostdeutsche Galerie u.a., 1999, Katalog-Nr. 26, S. 103 (Katalog beigegeben) sowie abgebildet in: Theo von Brockhusen. Farben im Licht. Potsdam, Forum für Kunst und Geschichte, 2025, S. 115.
Unser Gemälde atmet jene vibrierende Farbigkeit und lebendige Linienführung, die Brockhusens Werk in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg auszeichnen. Zwischen 1905 und 1912 verbrachte der Künstler einen großen Teil seiner Zeit in Langen und Seelow – zwei kleinen brandenburgischen Orten, deren stille Weite, wechselndes Licht und sanft geschwungene Landschaft ihn zu einer Fülle bedeutender Arbeiten inspirierten. In dieser ländlichen Umgebung fand er nicht nur künstlerische Motive, sondern auch persönliche Nähe: In Seelow lernte er seine zukünftige Frau Hildegard kennen, die seine Biografie und sein Schaffen nachhaltig beeinflusste. Das hier dargestellte Gutshaus, in kräftigen Blau- und Ockertönen hinter einer Reihe schlanker, vom Wind bewegter Bäume aufragend, besitzt besondere biografische Bedeutung. Es befand sich als Pachtgut im Besitz von Hildegards Vater, dem königlichen Oberamtsmann Heinrich Bothe. Für Brockhusen wurde dieser Ort zu einem wiederkehrenden Gegenstand malerischer Erkundungen. Die charakteristische Mischung aus weitläufigem Gelände, markanten Baumreihen und architektonischer Ruhe bot ihm eine ideale Bühne, um sein Gespür für rhythmische Strukturen und atmosphärische Dichte zu entfalten.
Schätzpreis: 20.000 €
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