Katalog
Alle Werke
(280)
274
Sitte, Willi
(Kratzau 1921 - 2013 Halle an der Saale)
Studie mit Akten (Strand). Öl, Gouache sowie Pinsel u. Feder in Tusche auf festem Karton. 1960. 54 x 61 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso datiert u. betitelt.
Provenienz: Privatsammlung Berlin, direkt vom Künstler erworben. - Die vorliegende Studie zählt zu den frühen Beispielen des Motivs "Menschen am Strand", das in der ostdeutschen Gesellschaft zu einem Sinnbild für Sehnsucht, Freiheit und vorübergehende Unbeschwertheit in den 60er und 70er Jahren werden sollte. Am Strand schienen alle gleich zu sein; für die Dauer weniger Urlaubstage konnten die Sorgen und Zwänge des Alltags in den Hintergrund treten. Mit seinem freien, gestischen Duktus und dem lebendigen Farbauftrag verdichtet Sitte schwebende Formen, Sand und menschliche Körper zu einem atmosphärischen Ganzen. Wie eine flüchtige Erinnerung mit nur angedeuteten Konturen und Formen heben sich die Figuren vor einem grauen Hintergrund ab. Einzelne Körper, Bewegungen und Details werden bei näherer Betrachtung sichtbar, bleiben jedoch insgesamt bewusst diffus und offen. So entsteht das Bild einer Gemeinschaft aus Paaren und Einzelpersonen, die weniger durch ihre Beziehungen als vielmehr durch den Ort und ihre Menschlichkeit miteinander verbunden sind. Auf eindrucksvolle Weise vermittelt Sitte das lichte, sommerliche Gefühl einer unbeschwerten Gemeinschaft. Bei einem Interview mit Günter Gaus im Berliner Rundfunk 1996 erklärte Willi Sitte zu seiner Vorliebe für Aktmalerei: "Das ist für mich die große Leidenschaft. Der Mensch ist für mich der eigentliche Mittelpunkt. Deswegen kann ich vom Menschen, den der liebe Gott geschaffen hat, als Maler nicht ablassen." (Gespräch, RBB, 14.09.1996, Text online). - Die Ecken mit Löchlein von Reißzwecken.
(Kratzau 1921 - 2013 Halle an der Saale)
Studie mit Akten (Strand). Öl, Gouache sowie Pinsel u. Feder in Tusche auf festem Karton. 1960. 54 x 61 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso datiert u. betitelt.
Provenienz: Privatsammlung Berlin, direkt vom Künstler erworben. - Die vorliegende Studie zählt zu den frühen Beispielen des Motivs "Menschen am Strand", das in der ostdeutschen Gesellschaft zu einem Sinnbild für Sehnsucht, Freiheit und vorübergehende Unbeschwertheit in den 60er und 70er Jahren werden sollte. Am Strand schienen alle gleich zu sein; für die Dauer weniger Urlaubstage konnten die Sorgen und Zwänge des Alltags in den Hintergrund treten. Mit seinem freien, gestischen Duktus und dem lebendigen Farbauftrag verdichtet Sitte schwebende Formen, Sand und menschliche Körper zu einem atmosphärischen Ganzen. Wie eine flüchtige Erinnerung mit nur angedeuteten Konturen und Formen heben sich die Figuren vor einem grauen Hintergrund ab. Einzelne Körper, Bewegungen und Details werden bei näherer Betrachtung sichtbar, bleiben jedoch insgesamt bewusst diffus und offen. So entsteht das Bild einer Gemeinschaft aus Paaren und Einzelpersonen, die weniger durch ihre Beziehungen als vielmehr durch den Ort und ihre Menschlichkeit miteinander verbunden sind. Auf eindrucksvolle Weise vermittelt Sitte das lichte, sommerliche Gefühl einer unbeschwerten Gemeinschaft. Bei einem Interview mit Günter Gaus im Berliner Rundfunk 1996 erklärte Willi Sitte zu seiner Vorliebe für Aktmalerei: "Das ist für mich die große Leidenschaft. Der Mensch ist für mich der eigentliche Mittelpunkt. Deswegen kann ich vom Menschen, den der liebe Gott geschaffen hat, als Maler nicht ablassen." (Gespräch, RBB, 14.09.1996, Text online). - Die Ecken mit Löchlein von Reißzwecken.
275
Sitte, Willi
(Kratzau 1921 - 2013 Halle an der Saale)
Weiblicher Paris I. Öl auf Karton. 1971. 61,5 x 54,5 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso datiert u. betitelt. Auf der Rahmenrückwand ebenfalls betitelt.
Ausgestellt und abgebildet in: Sittes Welt. Willi Sitte: Die Retrospektive. Halle, Kunstmuseum Moritzburg, 2021, S. 442. - Der Bildträger materialbedingt leicht gewellt. Die Ecken mit Löchlein von Reißzwecken.
(Kratzau 1921 - 2013 Halle an der Saale)
Weiblicher Paris I. Öl auf Karton. 1971. 61,5 x 54,5 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso datiert u. betitelt. Auf der Rahmenrückwand ebenfalls betitelt.
Ausgestellt und abgebildet in: Sittes Welt. Willi Sitte: Die Retrospektive. Halle, Kunstmuseum Moritzburg, 2021, S. 442. - Der Bildträger materialbedingt leicht gewellt. Die Ecken mit Löchlein von Reißzwecken.
276
Sintenis, Renée
(Glatz 1888 - 1965 Berlin)
Liegendes Zebukalb. Bronze mit schwarzgoldener Patina. 1924. 5,8 x 10 x 3,8 cm.
Zweifach monogrammiert sowie nummeriert "8". Auf der Standfläche mit dem Gießerstempel "H. Noack Berlin Friedenau".
Buhlmann 201 - Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 61.
(Glatz 1888 - 1965 Berlin)
Liegendes Zebukalb. Bronze mit schwarzgoldener Patina. 1924. 5,8 x 10 x 3,8 cm.
Zweifach monogrammiert sowie nummeriert "8". Auf der Standfläche mit dem Gießerstempel "H. Noack Berlin Friedenau".
Buhlmann 201 - Berger/Ladwig/Wenzel-Lent 61.
277
Steiauf, Heinrich Friedrich
(Groß-Zimmern 1908 - 1968 Frankfurt am Main)
Mädchen mit Hyazinthe. Öl auf Leinwand. 1932. 60 x 23,5 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert (5.32) u. mit der Ortsangabe "Ffm" (Frankfurt am Main) versehen.
Das hochformatige Gemälde entstand 1932, als Steiauf der Meisterklasse Max Beckmanns an der Frankfurter Städelschule angehörte. Dessen Einfluss zeigt sich in der straffen Komposition und dem verdichteten, beinahe bühnenhaften Bildraum. Der kaum ausgeführte Hintergrund, der stilisierte vereinfachte Kopf, die dunklen Augen und die betonten Hände konzentrieren die Darstellung auf ihren seelischen Ausdruck. Auch die spannungsvolle Gegenüberstellung des kühlen Kleides mit warmem Inkarnat, roten Lippen und rosafarbener Blüte verweist auf Beckmanns Lehre. Steiauf übernimmt diese Gestaltungsmittel jedoch nicht schematisch. Sein weicher Farbauftrag und die zurückhaltende Kontur mildern Beckmanns dramatische Härte zu einer lyrisch-melancholischen Versunkenheit. So verbindet die junge Frau die konstruktive Strenge der Beckmann-Schule mit einer eigenständigen, neusachlich geprägten Sensibilität. Die Hyazinthe als Frühlingsblume verweist auf Jugend, Erwachen und Vergänglichkeit. Sie und das dargestellte Mädchen erscheinen gleichermaßen zart und dem Vergehen ausgesetzt. Als Werk aus dem letzten vollständigen Jahr der Meisterklasse steht Steiaufs Gemälde zugleich für einen lange wenig beachteten Abschnitt der Frankfurter Moderne, der mit Beckmanns Entlassung und der Auflösung seiner Klasse im Frühjahr 1933 gewaltsam endete. - Die Leinwand mit einer leichten Kratzspur.
(Groß-Zimmern 1908 - 1968 Frankfurt am Main)
Mädchen mit Hyazinthe. Öl auf Leinwand. 1932. 60 x 23,5 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert (5.32) u. mit der Ortsangabe "Ffm" (Frankfurt am Main) versehen.
Das hochformatige Gemälde entstand 1932, als Steiauf der Meisterklasse Max Beckmanns an der Frankfurter Städelschule angehörte. Dessen Einfluss zeigt sich in der straffen Komposition und dem verdichteten, beinahe bühnenhaften Bildraum. Der kaum ausgeführte Hintergrund, der stilisierte vereinfachte Kopf, die dunklen Augen und die betonten Hände konzentrieren die Darstellung auf ihren seelischen Ausdruck. Auch die spannungsvolle Gegenüberstellung des kühlen Kleides mit warmem Inkarnat, roten Lippen und rosafarbener Blüte verweist auf Beckmanns Lehre. Steiauf übernimmt diese Gestaltungsmittel jedoch nicht schematisch. Sein weicher Farbauftrag und die zurückhaltende Kontur mildern Beckmanns dramatische Härte zu einer lyrisch-melancholischen Versunkenheit. So verbindet die junge Frau die konstruktive Strenge der Beckmann-Schule mit einer eigenständigen, neusachlich geprägten Sensibilität. Die Hyazinthe als Frühlingsblume verweist auf Jugend, Erwachen und Vergänglichkeit. Sie und das dargestellte Mädchen erscheinen gleichermaßen zart und dem Vergehen ausgesetzt. Als Werk aus dem letzten vollständigen Jahr der Meisterklasse steht Steiaufs Gemälde zugleich für einen lange wenig beachteten Abschnitt der Frankfurter Moderne, der mit Beckmanns Entlassung und der Auflösung seiner Klasse im Frühjahr 1933 gewaltsam endete. - Die Leinwand mit einer leichten Kratzspur.
278
Stöhrer, Walter
(Stuttgart 1937 - 2000 Scholderup)
o.T. Mischtechnik (Acryl, farbige Tinte, Goldfarbe, Ölkreide, Pinsel in Tusche, Bleistift) auf Karton. 1979. 43,8 x 60 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. bezeichnet. Verso signiert u. mit der Adresse des Künstlers versehen.
Die Arbeit wird in das Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von Walter Stöhrer von Hanne Forstbauer, Scholderup, unter der Nummer "WV 1979-022" aufgenommen. Wir danken Frau Forstbauer für die freundliche Auskunft. - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Stuttgart; Privatsammlung Baden-Württemberg. - Stöhrer schuf vorliegende Arbeit während eines Florenzaufenthaltes.
(Stuttgart 1937 - 2000 Scholderup)
o.T. Mischtechnik (Acryl, farbige Tinte, Goldfarbe, Ölkreide, Pinsel in Tusche, Bleistift) auf Karton. 1979. 43,8 x 60 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. bezeichnet. Verso signiert u. mit der Adresse des Künstlers versehen.
Die Arbeit wird in das Werkverzeichnis der Arbeiten auf Papier von Walter Stöhrer von Hanne Forstbauer, Scholderup, unter der Nummer "WV 1979-022" aufgenommen. Wir danken Frau Forstbauer für die freundliche Auskunft. - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Stuttgart; Privatsammlung Baden-Württemberg. - Stöhrer schuf vorliegende Arbeit während eines Florenzaufenthaltes.
279
Stötzer, Werner
(Sonneberg 1931 - 2010 Altlangsow)
Stehender weiblicher Akt. Steinguss. 1964. 90,7 x 26 x 22 cm.
Auf der Plinthe monogrammiert (verwittert).
Volpert/Zimmermann 046 - Brief und Fotos von Sylvia Hagen mit Bestätigung der Authentizität und Angaben zur Gussgeschichte in Kopie beigegeben. - Steinguss der Kunstformerei Markus Schulz von 1989. - Stärkere Witterungsspuren.
(Sonneberg 1931 - 2010 Altlangsow)
Stehender weiblicher Akt. Steinguss. 1964. 90,7 x 26 x 22 cm.
Auf der Plinthe monogrammiert (verwittert).
Volpert/Zimmermann 046 - Brief und Fotos von Sylvia Hagen mit Bestätigung der Authentizität und Angaben zur Gussgeschichte in Kopie beigegeben. - Steinguss der Kunstformerei Markus Schulz von 1989. - Stärkere Witterungsspuren.
280
Strawalde
(Frankenberg 1931 - lebt in Berlin)
Grüne Frau. Öl über Stoffcollage auf Leinwand. 1987. 83,5 x 135,5 cm. Gerahmt.
Recto u. verso signiert u. datiert (7.X.1987). Der Keilrahmen verso mit einem Etikett, dort typografisch betitelt.
Ausgestellt und abgebildet in: Strawalde. Jürgen Böttcher. Maler und Regisseur. Altenburg, Lindenau-Museum, 2012, S. 105. - Vereinzeltes minimales Craquelé.
(Frankenberg 1931 - lebt in Berlin)
Grüne Frau. Öl über Stoffcollage auf Leinwand. 1987. 83,5 x 135,5 cm. Gerahmt.
Recto u. verso signiert u. datiert (7.X.1987). Der Keilrahmen verso mit einem Etikett, dort typografisch betitelt.
Ausgestellt und abgebildet in: Strawalde. Jürgen Böttcher. Maler und Regisseur. Altenburg, Lindenau-Museum, 2012, S. 105. - Vereinzeltes minimales Craquelé.
281
Strawalde
(Frankenberg 1931 - lebt in Berlin)
Ostwestliches Sofa. Mischtechnik (Öl, Karton, Stoff, Sand, Schallplattenfragment) auf Leinwand. 1991. 192 x 131 cm. Gerahmt.
Recto u. verso signiert u. datiert (Mai 1991). Verso zusätzlich betitelt.
Ausgestellt und abgebildet in: Strawalde. Jürgen Böttcher. Maler und Regisseur. Altenburg, Lindenau-Museum, 2012, S. 127. - Vereinzeltes minimales Craquelé.
(Frankenberg 1931 - lebt in Berlin)
Ostwestliches Sofa. Mischtechnik (Öl, Karton, Stoff, Sand, Schallplattenfragment) auf Leinwand. 1991. 192 x 131 cm. Gerahmt.
Recto u. verso signiert u. datiert (Mai 1991). Verso zusätzlich betitelt.
Ausgestellt und abgebildet in: Strawalde. Jürgen Böttcher. Maler und Regisseur. Altenburg, Lindenau-Museum, 2012, S. 127. - Vereinzeltes minimales Craquelé.
282
Strawalde
(Frankenberg 1931 - lebt in Berlin)
Königin. Mischtechnik (Tempera, Tusche, Ölkreide, Faser- u. Bleistift, Kugelschreiber, Papiercollage) auf Karton. 1975. 73 x 100 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Ausgestellt und abgebildet in: Strawalde. Jürgen Böttcher. Maler und Regisseur. Altenburg, Lindenau-Museum, 2012, S. 71. - Leichte Atelier- und Lagerspuren.
(Frankenberg 1931 - lebt in Berlin)
Königin. Mischtechnik (Tempera, Tusche, Ölkreide, Faser- u. Bleistift, Kugelschreiber, Papiercollage) auf Karton. 1975. 73 x 100 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Ausgestellt und abgebildet in: Strawalde. Jürgen Böttcher. Maler und Regisseur. Altenburg, Lindenau-Museum, 2012, S. 71. - Leichte Atelier- und Lagerspuren.
284
Sturm, Helmut
(Furth im Wald 1932 - 2008 München)
Heiko Hermann, Thomas Niggl u. Jutta von Busse. o.T. Gouache über Papiercollage auf leichtem Karton. 1977. 50 x 70 cm. Unter Glas gerahmt.
Von allen vier Künstlern signiert sowie datiert.
Provenienz: Bruun Rasmussen, Auction 793 (10.10.2008), Lot 531. - Vorliegendes Werk entstand als Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des "Kollektiv Herzogstraße". - Fest auf dem Unterlagekarton montiert. Der linke Blattrand mit einem kleinen Einriss.
(Furth im Wald 1932 - 2008 München)
Heiko Hermann, Thomas Niggl u. Jutta von Busse. o.T. Gouache über Papiercollage auf leichtem Karton. 1977. 50 x 70 cm. Unter Glas gerahmt.
Von allen vier Künstlern signiert sowie datiert.
Provenienz: Bruun Rasmussen, Auction 793 (10.10.2008), Lot 531. - Vorliegendes Werk entstand als Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des "Kollektiv Herzogstraße". - Fest auf dem Unterlagekarton montiert. Der linke Blattrand mit einem kleinen Einriss.
285
Sturm, Helmut
(Furth im Wald 1932 - 2008 München)
Renate Bachmayer u. Heinz Weld. o.T. Acryl, Gouache u. Farbkreide über Papiercollage auf Karton. 1977. 78,5 x 98 cm. Unter Glas gerahmt.
Von allen drei Künstlern signiert bzw. monogrammiert sowie datiert. Der Unterlagekarton verso mit einem Etikett der Drakabygget Kunsthalle, Örkelljunga.
Vorliegendes Werk entstand als Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des "Kollektiv Herzogstraße", einer Künstlergruppe, die von 1975 bis 1982 bestand und deren gemeinsames Atelier sich in der Münchner Herzogstraße 98 befand. - Die Ränder mit minimalen Lagerspuren.
(Furth im Wald 1932 - 2008 München)
Renate Bachmayer u. Heinz Weld. o.T. Acryl, Gouache u. Farbkreide über Papiercollage auf Karton. 1977. 78,5 x 98 cm. Unter Glas gerahmt.
Von allen drei Künstlern signiert bzw. monogrammiert sowie datiert. Der Unterlagekarton verso mit einem Etikett der Drakabygget Kunsthalle, Örkelljunga.
Vorliegendes Werk entstand als Gemeinschaftsarbeit im Rahmen des "Kollektiv Herzogstraße", einer Künstlergruppe, die von 1975 bis 1982 bestand und deren gemeinsames Atelier sich in der Münchner Herzogstraße 98 befand. - Die Ränder mit minimalen Lagerspuren.
286
Tarasewicz, Leon
(Walily 1957 - lebt in Walily)
o.T. (Blumenfelder). Acryl auf Leinwand. 1995. 190 x 130 cm.
Verso signiert u. datiert sowie von fremder Hand mit "WKZ-5333/13/98" bezeichnet.
Provenienz: Galerie Claes Nordenhake, Stockholm; Galerie Metta Linde, Lübeck; Privatsammlung Lübeck. - Der polnisch-weißrussische Künstler Leon Tarasewicz bezieht wesentliche Impulse aus der Landschaft seiner Heimatregion um Walily. Natureindrücke dienten ihm bereits in den frühen Arbeiten der 1980er und 1990er Jahre als Ausgangspunkt für großformatige Landschaftsbilder, in denen er Dynamik, Farbtexturen und Lichtwirkungen untersuchte. Ackerfurchen, Traktorspuren, Lattenzäune, Vogelschwärme, einfaches Blattwerk, lichtdurchflutete Wälder oder - wie im vorliegenden Werk - aus der Luft gesehene Felder mit Blumenreihen wurden zum Motiv einer semi-abstrakten Farbmalerei. "Ich habe immer inmitten der Natur gelebt, und ich tue, was ich kann, um in meiner natürlichen Umgebung zu bleiben. Daraus geht eine schöne, sich selbst regulierende Harmonie hervor", schrieb der Künstler anlässlich seiner Ausstellung "Landschaft" auf Schloss Plüschow 1993. Später formulierte er seinen künstlerischen Anspruch noch radikaler: "Mein Traum wäre es, dass Gemälde die absolute Kontrolle über den Betrachter übernehmen und dessen Umgebung zum Verschwinden bringen. Meine Gemälde könnten sich dann - frei von jeglicher Rahmung - ungehemmt ausdehnen und den Betrachter in sich hineinziehen." (ingart.pl/en/kolekcja/prace/untitled_0023) Mittlerweile arbeitet Tarasewicz mit einer leuchtenden, reinen Farbpalette, deren intensive Wirkung den Bildraum vollständig bestimmt. Für seine "Farblandschaften" weist der Künstler jede Form der narrativen Anspielung oder Interpretation zurück. Er verzichtet bewusst auf kommentierende Texte und Titel und lässt die Malerei allein durch Farbe, Rhythmus und Wahrnehmung wirken.
(Walily 1957 - lebt in Walily)
o.T. (Blumenfelder). Acryl auf Leinwand. 1995. 190 x 130 cm.
Verso signiert u. datiert sowie von fremder Hand mit "WKZ-5333/13/98" bezeichnet.
Provenienz: Galerie Claes Nordenhake, Stockholm; Galerie Metta Linde, Lübeck; Privatsammlung Lübeck. - Der polnisch-weißrussische Künstler Leon Tarasewicz bezieht wesentliche Impulse aus der Landschaft seiner Heimatregion um Walily. Natureindrücke dienten ihm bereits in den frühen Arbeiten der 1980er und 1990er Jahre als Ausgangspunkt für großformatige Landschaftsbilder, in denen er Dynamik, Farbtexturen und Lichtwirkungen untersuchte. Ackerfurchen, Traktorspuren, Lattenzäune, Vogelschwärme, einfaches Blattwerk, lichtdurchflutete Wälder oder - wie im vorliegenden Werk - aus der Luft gesehene Felder mit Blumenreihen wurden zum Motiv einer semi-abstrakten Farbmalerei. "Ich habe immer inmitten der Natur gelebt, und ich tue, was ich kann, um in meiner natürlichen Umgebung zu bleiben. Daraus geht eine schöne, sich selbst regulierende Harmonie hervor", schrieb der Künstler anlässlich seiner Ausstellung "Landschaft" auf Schloss Plüschow 1993. Später formulierte er seinen künstlerischen Anspruch noch radikaler: "Mein Traum wäre es, dass Gemälde die absolute Kontrolle über den Betrachter übernehmen und dessen Umgebung zum Verschwinden bringen. Meine Gemälde könnten sich dann - frei von jeglicher Rahmung - ungehemmt ausdehnen und den Betrachter in sich hineinziehen." (ingart.pl/en/kolekcja/prace/untitled_0023) Mittlerweile arbeitet Tarasewicz mit einer leuchtenden, reinen Farbpalette, deren intensive Wirkung den Bildraum vollständig bestimmt. Für seine "Farblandschaften" weist der Künstler jede Form der narrativen Anspielung oder Interpretation zurück. Er verzichtet bewusst auf kommentierende Texte und Titel und lässt die Malerei allein durch Farbe, Rhythmus und Wahrnehmung wirken.
287
Thoms, Ernst
(Nienburg 1896 - 1983 Wietzen)
Jäger und Mädchen. Öl auf Leinwand. 1924. 98 x 72 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt sowie mit Ausstellungsetikett des Sprengel Museums, Hannover, versehen.
Allnoch 114 - Provenienz: Zeit seines Lebens im Besitz des Künstlers, danach im Besitz seiner Familie; Privatsammlung Bremen. - Ausgestellt in: Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen. Hannover, Kunstverein, 1957; Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Kunstverein, 1974; Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle. Nienburg, Fachhochschule, 1975; Ernst Thoms. Wuppertal, Galerie & Edition Hungerland, 1981; Ernst Thoms. Ein Maler der Neuen Sachlichkeit. Oldenburg, Landesmuseum, 1982; Ernst Thoms. Gouachen, Aquarelle, Ölbilder. Museum Nienburg, 1995; Ernst Thoms. Ölbilder und Aquarelle der 20er Jahre. Frankfurt am Main, Galerie Nikolaus Fischer, 2000; Der stärkste Ausdruck unserer Tage. Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Sprengel Museum, 2002; revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912-1933. Hannover, Sprengel Museum, 2017. - Dem Kreis um Grethe Jürgens, Gerta Overbeck, Hans Mertens und Erich Wegner angehörend, entwickelte Ernst Thoms früh eine ausgesprochen individuelle Bildsprache. Während viele seiner Weggefährten den urbanen Alltag und soziale Milieus mit nüchterner Beobachtung schilderten, verband Thoms die neusachliche Präzision mit einer poetischen, teilweise märchenhaften und vieldeutigen Symbolik. Zeitgenössische und spätere Autoren haben gerade diese Verbindung von realistischer Schärfe und lyrischer Überhöhung als charakteristisch für sein Werk hervorgehoben. Unser 1924 entstandenes Gemälde dokumentiert genau jene bedeutende Phase, in der Ernst Thoms seine unverwechselbare Handschrift bereits voll ausgebildet hatte. Die Verbindung aus flächiger Komposition, strenger Linearität, symbolischer Mehrdeutigkeit und nahezu archaischer Figurenauffassung macht das Gemälde zu einem Schlüsselwerk seines Oeuvres. Eine diagonal durch das Bild verlaufende Jagdwaffe, deren entgegengesetzter Gurt sowie die parallel dazu gestellte Bahnlinie im Hintergrund gliedern die Komposition und erzeugen so eine spannungsvolle Barriere zwischen den beiden Figuren. Weniger als naturalistische Jagdtrophäen denn als symbolische Attribute fungieren die Vögel - einer lebendig auf dem Arm des Jägers sitzend, ein anderer bereits als Beute herabhängend - sowie der über die Schulter des Mädchens gelegte Hase. Sie verweisen auf Themen wie Vergänglichkeit, Besitz, Verletzlichkeit, während die voneinander isolierten Figuren das ambivalente Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie Natur und Mensch zu symbolisieren scheinen. So zeigt Thoms "Jäger und Mädchen" exemplarisch, wie die Neue Sachlichkeit in Hannover über die reine Beobachtung der Wirklichkeit hinaus zu einer Erzählweise gelangen konnte, die das Alltägliche in ein geheimnisvolles und zeitloses Sinnbild überführt. - Vereinzelte kleine Retuschen. Craquelé.
(Nienburg 1896 - 1983 Wietzen)
Jäger und Mädchen. Öl auf Leinwand. 1924. 98 x 72 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt sowie mit Ausstellungsetikett des Sprengel Museums, Hannover, versehen.
Allnoch 114 - Provenienz: Zeit seines Lebens im Besitz des Künstlers, danach im Besitz seiner Familie; Privatsammlung Bremen. - Ausgestellt in: Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen. Hannover, Kunstverein, 1957; Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Kunstverein, 1974; Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle. Nienburg, Fachhochschule, 1975; Ernst Thoms. Wuppertal, Galerie & Edition Hungerland, 1981; Ernst Thoms. Ein Maler der Neuen Sachlichkeit. Oldenburg, Landesmuseum, 1982; Ernst Thoms. Gouachen, Aquarelle, Ölbilder. Museum Nienburg, 1995; Ernst Thoms. Ölbilder und Aquarelle der 20er Jahre. Frankfurt am Main, Galerie Nikolaus Fischer, 2000; Der stärkste Ausdruck unserer Tage. Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Sprengel Museum, 2002; revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912-1933. Hannover, Sprengel Museum, 2017. - Dem Kreis um Grethe Jürgens, Gerta Overbeck, Hans Mertens und Erich Wegner angehörend, entwickelte Ernst Thoms früh eine ausgesprochen individuelle Bildsprache. Während viele seiner Weggefährten den urbanen Alltag und soziale Milieus mit nüchterner Beobachtung schilderten, verband Thoms die neusachliche Präzision mit einer poetischen, teilweise märchenhaften und vieldeutigen Symbolik. Zeitgenössische und spätere Autoren haben gerade diese Verbindung von realistischer Schärfe und lyrischer Überhöhung als charakteristisch für sein Werk hervorgehoben. Unser 1924 entstandenes Gemälde dokumentiert genau jene bedeutende Phase, in der Ernst Thoms seine unverwechselbare Handschrift bereits voll ausgebildet hatte. Die Verbindung aus flächiger Komposition, strenger Linearität, symbolischer Mehrdeutigkeit und nahezu archaischer Figurenauffassung macht das Gemälde zu einem Schlüsselwerk seines Oeuvres. Eine diagonal durch das Bild verlaufende Jagdwaffe, deren entgegengesetzter Gurt sowie die parallel dazu gestellte Bahnlinie im Hintergrund gliedern die Komposition und erzeugen so eine spannungsvolle Barriere zwischen den beiden Figuren. Weniger als naturalistische Jagdtrophäen denn als symbolische Attribute fungieren die Vögel - einer lebendig auf dem Arm des Jägers sitzend, ein anderer bereits als Beute herabhängend - sowie der über die Schulter des Mädchens gelegte Hase. Sie verweisen auf Themen wie Vergänglichkeit, Besitz, Verletzlichkeit, während die voneinander isolierten Figuren das ambivalente Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie Natur und Mensch zu symbolisieren scheinen. So zeigt Thoms "Jäger und Mädchen" exemplarisch, wie die Neue Sachlichkeit in Hannover über die reine Beobachtung der Wirklichkeit hinaus zu einer Erzählweise gelangen konnte, die das Alltägliche in ein geheimnisvolles und zeitloses Sinnbild überführt. - Vereinzelte kleine Retuschen. Craquelé.
288
Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Lederkopf II. Öl auf Leinwand. 1982. 80,5 x 56 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Ticha 82/10 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Plauen, seitdem in Familienbesitz. Wir danken Herrn Ticha für die freundlichen Auskünfte zur Provenienz. - Hans Tichas "Lederkopf II" entstand in einer Phase zunehmender gesellschaftlicher Erstarrung der DDR. Während ideologische Kontrolle und die Regulierung des öffentlichen Diskurses den Alltag bestimmten, bewegten sich Künstler in einem Spannungsfeld zwischen Konformität und verdeckter Kritik. Da offene Opposition kaum möglich war, entwickelten viele Kunstschaffende metaphorische Bildsprachen. Ticha wählte hierfür eine besonders raffinierte Strategie: Seine Werke erscheinen auf den ersten Blick dekorativ, kühl konstruiert und formalistisch, entfalten jedoch bei näherer Betrachtung eine präzise Analyse autoritärer Systeme. - Der Lederkopf wird dabei zum Sinnbild des Menschen innerhalb eines repressiven Gefüges. Lederriemen und Schnallen suggerieren Disziplinierung und Fixierung; das Haupt wirkt nicht lebendig, sondern wie ein aus Einzelteilen zusammengesetztes Objekt, dessen Form von außen bestimmt wird. Besonders eindringlich wirkt der über den Mund gelegte Riemen. Gerade weil die Fesselung ohne sichtbare Gewalt oder Pathos dargestellt wird, entfaltet das Bild seine eigentliche Wirkung: Ticha beschreibt die subtilen Mechanismen stiller Selbstzensur. Der Mund ist nicht vernäht, sondern zugeschnallt - ein starkes Symbol für kontrolliertes Sprechen und konditioniertes Schweigen. Ergänzt wird diese Reflexion über die Sprachlosigkeit durch fragmentierte Buchstaben, die - ihrer Funktion beraubt - die Typografie zum rein grafischen Zeichen degradieren. - Einen bewussten Kontrast zur zentralen Figur bildet der weiße Gipskopf am rechten oberen Bildrand. Als Zitat antiker Gipsabgüsse steht er für das humanistische Ideal des freien Menschen, erscheint bei Ticha jedoch wie ein museales, lebloses Relikt. Dass sowohl dieser Repräsentant geistiger Freiheit als auch die menschliche Hand an den Rand gedrängt sind, unterstreicht die bittere Pointe der Komposition: Selbstbestimmtes Denken und Handeln werden zur Randerscheinung, während die deformierte Hülle das Zentrum besetzt. Die klare geometrische Formensprache verweist zudem auf das Erbe des Bauhauses, dessen gesellschaftliche Utopien im Kontext der frühen 1980er Jahre gebrochen wirken. - Tichas intensive Beschäftigung mit dem Motiv zeigt sich auch in seinen zeitgleich entstandenen dreidimensionalen Objekten aus echtem Leder. Die Materialität erinnert an Sportgeräte wie Boxsäcke oder Fußbälle - Objekte, die darauf ausgelegt sind, Schläge aufzunehmen und bearbeitet zu werden, ohne Schmerz zu zeigen. Der menschliche Körper wird so als widerstandsfähige, aber entindividualisierte Hülle greifbar. - In dieser glatten, beinahe spielerisch wirkenden Ästhetik liegt die besondere Qualität von Tichas Kunst. Die Kälte der Kontrolle verbirgt sich hinter einer scheinbar harmlosen Oberfläche. "Lederkopf II" formuliert seine Kritik nicht laut, sondern durch Reduktion und Ironie. Gerade deshalb zählt er zu einer der eindrucksvollsten Arbeiten der deutschen Nachkriegsmoderne.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Lederkopf II. Öl auf Leinwand. 1982. 80,5 x 56 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Ticha 82/10 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Plauen, seitdem in Familienbesitz. Wir danken Herrn Ticha für die freundlichen Auskünfte zur Provenienz. - Hans Tichas "Lederkopf II" entstand in einer Phase zunehmender gesellschaftlicher Erstarrung der DDR. Während ideologische Kontrolle und die Regulierung des öffentlichen Diskurses den Alltag bestimmten, bewegten sich Künstler in einem Spannungsfeld zwischen Konformität und verdeckter Kritik. Da offene Opposition kaum möglich war, entwickelten viele Kunstschaffende metaphorische Bildsprachen. Ticha wählte hierfür eine besonders raffinierte Strategie: Seine Werke erscheinen auf den ersten Blick dekorativ, kühl konstruiert und formalistisch, entfalten jedoch bei näherer Betrachtung eine präzise Analyse autoritärer Systeme. - Der Lederkopf wird dabei zum Sinnbild des Menschen innerhalb eines repressiven Gefüges. Lederriemen und Schnallen suggerieren Disziplinierung und Fixierung; das Haupt wirkt nicht lebendig, sondern wie ein aus Einzelteilen zusammengesetztes Objekt, dessen Form von außen bestimmt wird. Besonders eindringlich wirkt der über den Mund gelegte Riemen. Gerade weil die Fesselung ohne sichtbare Gewalt oder Pathos dargestellt wird, entfaltet das Bild seine eigentliche Wirkung: Ticha beschreibt die subtilen Mechanismen stiller Selbstzensur. Der Mund ist nicht vernäht, sondern zugeschnallt - ein starkes Symbol für kontrolliertes Sprechen und konditioniertes Schweigen. Ergänzt wird diese Reflexion über die Sprachlosigkeit durch fragmentierte Buchstaben, die - ihrer Funktion beraubt - die Typografie zum rein grafischen Zeichen degradieren. - Einen bewussten Kontrast zur zentralen Figur bildet der weiße Gipskopf am rechten oberen Bildrand. Als Zitat antiker Gipsabgüsse steht er für das humanistische Ideal des freien Menschen, erscheint bei Ticha jedoch wie ein museales, lebloses Relikt. Dass sowohl dieser Repräsentant geistiger Freiheit als auch die menschliche Hand an den Rand gedrängt sind, unterstreicht die bittere Pointe der Komposition: Selbstbestimmtes Denken und Handeln werden zur Randerscheinung, während die deformierte Hülle das Zentrum besetzt. Die klare geometrische Formensprache verweist zudem auf das Erbe des Bauhauses, dessen gesellschaftliche Utopien im Kontext der frühen 1980er Jahre gebrochen wirken. - Tichas intensive Beschäftigung mit dem Motiv zeigt sich auch in seinen zeitgleich entstandenen dreidimensionalen Objekten aus echtem Leder. Die Materialität erinnert an Sportgeräte wie Boxsäcke oder Fußbälle - Objekte, die darauf ausgelegt sind, Schläge aufzunehmen und bearbeitet zu werden, ohne Schmerz zu zeigen. Der menschliche Körper wird so als widerstandsfähige, aber entindividualisierte Hülle greifbar. - In dieser glatten, beinahe spielerisch wirkenden Ästhetik liegt die besondere Qualität von Tichas Kunst. Die Kälte der Kontrolle verbirgt sich hinter einer scheinbar harmlosen Oberfläche. "Lederkopf II" formuliert seine Kritik nicht laut, sondern durch Reduktion und Ironie. Gerade deshalb zählt er zu einer der eindrucksvollsten Arbeiten der deutschen Nachkriegsmoderne.
289
Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Figur IV. Steinguss, weiß lackiert. 2009. 32 x 12 x 17 cm. Auf schwarzem Holzsockel (Höhe: 5 cm).
Signiert, datiert u. nummeriert "4/24".
Ticha P/09/4 - Einer von insgesamt 26 Güssen der Edition Art-Club Büchergilde.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Figur IV. Steinguss, weiß lackiert. 2009. 32 x 12 x 17 cm. Auf schwarzem Holzsockel (Höhe: 5 cm).
Signiert, datiert u. nummeriert "4/24".
Ticha P/09/4 - Einer von insgesamt 26 Güssen der Edition Art-Club Büchergilde.
290
Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Ballspieler mit 5. Öl auf Leinwand. 1982. 60 x 55 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Ticha 82/11 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Plauen, seitdem in Familienbesitz. Wir danken Herrn Ticha für die freundlichen Auskünfte zur Provenienz. - Unser Gemälde steht exemplarisch für das bildnerische Vokabular von Hans Ticha, dessen Werk zwischen konstruktiver Klarheit, Pop-Art-Anklängen und subtiler Gesellschaftsbeobachtung oszilliert. Ticha, der in der DDR arbeitete und dennoch eine formal eigenständige Position entwickelte, reduzierte den menschlichen Körper auf ein System aus Kreisen, Segmenten und farbigen Volumen. Seine Figuren erscheinen wie technische Zeichen oder bewegliche Module eines modernen Bildapparats. Gerade darin liegt die eigentümliche Spannung seines Oeuvres: Hinter der scheinbaren Heiterkeit geometrischer Formen verbirgt sich eine präzise Reflexion über Körper, Bewegung und gesellschaftliche Choreografie. - Dabei nimmt das Motiv des Sports eine besondere Stellung ein. Sport erscheint nicht als heroisches Ereignis, sondern als Chiffre moderner Massengesellschaft - als ritualisierte Bewegung und öffentliche Inszenierung. Gerade hierin liegt die kunsthistorische Relevanz des Werkes: "Ballspieler mit 5" verbindet die formale Strenge konstruktiver Kunst mit der ironischen Distanz einer reflektierten Figuration. Das Bild entfaltet seine Wirkung weniger durch erzählerischen Gehalt als durch visuelle Präzision und kompositorische Verdichtung. - Das Entstehungsjahr 1982 ist dabei nicht zufällig. In der späten DDR entwickelte Ticha eine Bildwelt, die sich den kulturpolitisch bevorzugten Formen des sozialistischen Realismus entzog, ohne offen oppositionell aufzutreten. Seine Kunst operiert über Reduktion, Typisierung und subtile Überzeichnung. Dadurch gewinnen Werke wie "Ballspieler mit 5" bis heute ihre eigentümliche Aktualität: Sie zeigen den Menschen als funktionale Figur einer modernen Bild- und Gesellschaftsordnung. Sport wird hier nicht naturalistisch erzählt, sondern rhythmisch organisiert. Die Bewegung entsteht aus dem Zusammenstoß von Rot, Blau, Gelb und Weiß sowie aus der Überlagerung geometrischer Achsen. Der Ballspieler erscheint weniger als Individuum denn als "Kugelfigur" innerhalb eines exakt kalkulierten Systems. Gerade diese Synthese aus Figuration und Abstraktion gehört zu den charakteristischen Leistungen Tichas.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Ballspieler mit 5. Öl auf Leinwand. 1982. 60 x 55 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.
Ticha 82/11 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Plauen, seitdem in Familienbesitz. Wir danken Herrn Ticha für die freundlichen Auskünfte zur Provenienz. - Unser Gemälde steht exemplarisch für das bildnerische Vokabular von Hans Ticha, dessen Werk zwischen konstruktiver Klarheit, Pop-Art-Anklängen und subtiler Gesellschaftsbeobachtung oszilliert. Ticha, der in der DDR arbeitete und dennoch eine formal eigenständige Position entwickelte, reduzierte den menschlichen Körper auf ein System aus Kreisen, Segmenten und farbigen Volumen. Seine Figuren erscheinen wie technische Zeichen oder bewegliche Module eines modernen Bildapparats. Gerade darin liegt die eigentümliche Spannung seines Oeuvres: Hinter der scheinbaren Heiterkeit geometrischer Formen verbirgt sich eine präzise Reflexion über Körper, Bewegung und gesellschaftliche Choreografie. - Dabei nimmt das Motiv des Sports eine besondere Stellung ein. Sport erscheint nicht als heroisches Ereignis, sondern als Chiffre moderner Massengesellschaft - als ritualisierte Bewegung und öffentliche Inszenierung. Gerade hierin liegt die kunsthistorische Relevanz des Werkes: "Ballspieler mit 5" verbindet die formale Strenge konstruktiver Kunst mit der ironischen Distanz einer reflektierten Figuration. Das Bild entfaltet seine Wirkung weniger durch erzählerischen Gehalt als durch visuelle Präzision und kompositorische Verdichtung. - Das Entstehungsjahr 1982 ist dabei nicht zufällig. In der späten DDR entwickelte Ticha eine Bildwelt, die sich den kulturpolitisch bevorzugten Formen des sozialistischen Realismus entzog, ohne offen oppositionell aufzutreten. Seine Kunst operiert über Reduktion, Typisierung und subtile Überzeichnung. Dadurch gewinnen Werke wie "Ballspieler mit 5" bis heute ihre eigentümliche Aktualität: Sie zeigen den Menschen als funktionale Figur einer modernen Bild- und Gesellschaftsordnung. Sport wird hier nicht naturalistisch erzählt, sondern rhythmisch organisiert. Die Bewegung entsteht aus dem Zusammenstoß von Rot, Blau, Gelb und Weiß sowie aus der Überlagerung geometrischer Achsen. Der Ballspieler erscheint weniger als Individuum denn als "Kugelfigur" innerhalb eines exakt kalkulierten Systems. Gerade diese Synthese aus Figuration und Abstraktion gehört zu den charakteristischen Leistungen Tichas.
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Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Roter Sieger. Acryl auf Leinwand. 1986. 140 x 100 cm. In Künstlerleiste gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso auf dem Keilrahmen zweifach signiert sowie betitelt "Sieger".
Ticha 87/1 - Vereinzelte minimale Haarrisse. Die Leinwand mit zwei kleinen Dellen.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Roter Sieger. Acryl auf Leinwand. 1986. 140 x 100 cm. In Künstlerleiste gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso auf dem Keilrahmen zweifach signiert sowie betitelt "Sieger".
Ticha 87/1 - Vereinzelte minimale Haarrisse. Die Leinwand mit zwei kleinen Dellen.
292
Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Kartenspielendes Paar am Strand. Aquarell u. Gouache über Bleistift auf bräunlichem Papier auf fester Pappe. 1969. 70 x 100 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Nicht bei Ticha - Maßstabsgetreue Vorarbeit zum Gemälde "Kartenspielendes Paar am Strand" von 1969 (Ticha 69/7), ausgestellt von Dezember 2025 bis März 2026 in der großen Retrospektive des Künstlers in der Rostocker Kunsthalle. Wir danken Herrn Johannes Zielke für die freundlichen Auskünfte. - Fest unter Museumsglas montiert. Vereinzelte winzige Stockflecken.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Kartenspielendes Paar am Strand. Aquarell u. Gouache über Bleistift auf bräunlichem Papier auf fester Pappe. 1969. 70 x 100 cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.
Nicht bei Ticha - Maßstabsgetreue Vorarbeit zum Gemälde "Kartenspielendes Paar am Strand" von 1969 (Ticha 69/7), ausgestellt von Dezember 2025 bis März 2026 in der großen Retrospektive des Künstlers in der Rostocker Kunsthalle. Wir danken Herrn Johannes Zielke für die freundlichen Auskünfte. - Fest unter Museumsglas montiert. Vereinzelte winzige Stockflecken.
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Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Roter Klatscher. Aquarell, Graphit u. weißer Buntstift auf Bütten. 1980. 60,5 x 45,9 cm, im Passepartout freigestellt.
Signiert u. datiert.
Nicht bei Ticha - Vgl. Ticha Z/80/11.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Roter Klatscher. Aquarell, Graphit u. weißer Buntstift auf Bütten. 1980. 60,5 x 45,9 cm, im Passepartout freigestellt.
Signiert u. datiert.
Nicht bei Ticha - Vgl. Ticha Z/80/11.
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Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Musiker. Holzrelief, lackiert u. beweglich, mit Schraube auf gebeiztem Holz. 2002. 27,2 x 23,2 x 4 cm.
Verso signiert u. nummeriert "3/8".
Ticha P/02/3 - Auf Pressholz fest montiert.
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Musiker. Holzrelief, lackiert u. beweglich, mit Schraube auf gebeiztem Holz. 2002. 27,2 x 23,2 x 4 cm.
Verso signiert u. nummeriert "3/8".
Ticha P/02/3 - Auf Pressholz fest montiert.
