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Auktion 65: 24. Oktober 2026
ab 12 Uhr
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Los 249 aus unserer Herbstauktion am 24. Oktober 2026

Theodor Rosenhauer
(Dresden 1901 – 1996 Berlin)

Haus mit Schimmelgespann in der Lößnitz. Öl auf Leinwand. 1950. 45,5 x 60 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso betitelt u. mit der Werknummer “78” versehen.

Werner 165 – Provenienz: Galerie Finkbein, Dresden; 2006 Privatsammlung Oyten; Privatsammlung Radebeul. – Ausgestellt in: Theodor Rosenhauer. Dresden, Gemäldegalerie Neue Meister, 1968, Katalog-Nr. 79, S. 45; Theodor Rosenhauer. Dresden, Albertinum, 1988, ohne Angaben sowie in: Kunst der Vergangenheit. Frankfurt am Main, Galerie Frank Hänel, 1989, ohne Angaben.

Theodor Rosenhauer schuf vorliegendes Gemälde in einer für sein Ouvre entscheidenden Phase. Nach der Zerstörung Dresdens und dem weitgehenden Verlust seines Frühwerks wandte sich der Künstler erneut der unmittelbar erfahrbaren Umgebung zu. Die Lößnitz, die Landschaft um Radebeul westlich von Dresden, wurde für ihn zu einem wiederkehrenden Motivkreis. Häuser, Gärten, Weinberge, Straßen und winterliche Baumgruppen erscheinen in seinen Bildern jedoch nicht als topografisch genaue Veduten. Rosenhauer übersetzte das Gesehene vielmehr in eine konzentrierte, aus Farbe und tektonisch gefügten Formen entwickelte Bildordnung.
Charakteristisch für Rosenhauer ist die schwere, erdgebundene Farbigkeit. Ocker, Braun, Schwarzblau und gebrochenes Grau bestimmen den Grundklang. Das helle Fell des Schimmels, das stumpfe Gelb der Hauswand und das kräftige Ziegelrot am linken Gespann setzen sparsame, umso wirksamere Akzente. Licht wird nicht naturalistisch beschrieben, sondern scheint aus der Farbmaterie selbst hervorzutreten. Unter breiten, teils pastosen Pinselzügen bleibt die Struktur der Leinwand sichtbar; Konturen werden angesetzt, übergangen und erneut gefasst. Aus diesem Wechsel von Verdichtung und Offenheit entsteht jene matte, stoffliche Oberfläche, die Rosenhauers Malerei ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.
Seine künstlerischen Grundlagen hatte Rosenhauer zwischen 1920 und 1924 bei Ferdinand Dorsch an der Dresdner Kunstakademie erworben. Prägend wirkten auf ihn die malerischen Realisten des späten 19. Jahrhunderts, insbesondere Wilhelm Leibl, Carl Schuch und Wilhelm Trübner. An deren toniger Farbauffassung und unmittelbarer Arbeit vor dem Motiv hielt Rosenhauer fest, ohne epigonal zu werden. Im Gemälde von 1950 verbindet sich diese Tradition mit einer Verknappung der Formen, die bereits auf die zunehmende Autonomie der Farbe in seinem späteren Werk vorausweist.
Entstanden in den frühen Jahren der DDR, entzieht sich das Bild einer programmatischen oder illustrativen Lesart. Zwar verweist das Pferdegespann auf die Arbeitswelt der noch stark ländlich geprägten Lößnitz; doch erhebt Rosenhauer weder das Motiv zum gesellschaftlichen Sinnbild noch gestaltet er es als idyllische Heimatansicht. Mensch, Tier, Architektur und Vegetation erscheinen als gleichgewichtige Bestandteile einer nüchtern erfassten Wirklichkeit. Gerade diese Konzentration auf das Elementare – auf Masse, Oberfläche, Licht und Farbe – begründet die stille Intensität des Bildes.

Schätzpreis: 32.000 €

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