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Auktion 65: 24. Oktober 2026
ab 12 Uhr
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Los 316 aus unserer Herbstauktion am 24. Oktober 2026

Mac Zimmermann
(Stettin 1912 – 1995 Wasserburg am Inn)

Jongleure und Zuschauer. Öl auf Hartfaser. 1953. 69,5 x 99,7 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert u. betitelt.

Knapp/Petersen 418

Mac Zimmermanns Jongleure und Zuschauer führen in eine rätselhafte Bildwelt, in der die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum aufgehoben scheinen. Auf einer bühnenartig ausgebreiteten Ebene stehen sich zwei Figurengruppen gegenüber: links die hellen, bewegten Jongleure, rechts die dunkleren, eng miteinander verschlungenen Zuschauer. Ihre gesichtslosen, organisch verformten Körper erinnern weniger an individuelle Personen als an urtümliche Wesen, die sich in einem fortwährenden Prozess der Verwandlung zu befinden scheinen. Während die erhobenen Arme der Jongleure freudige Bewegungen beschreiben und den Blick in den tiefblauen Himmel lenken, wirken die Zuschauer kompakter und stärker an die helle Ruinenarchitektur gebunden. Lange Schlagschatten verstärken den kulissenhaften Charakter der Szene. So entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Bewegung und Erstarrung, Darbietung und Beobachtung, Gemeinschaft und Abgrenzung. Obwohl Zimmermanns Werk dem Surrealismus nahesteht, reicht seine Bildsprache darüber hinaus. Die menschenleere Weite, der tiefe Horizont und die gedämpfte Farbigkeit verweisen auf die romantische Landschaftstradition, insbesondere auf Caspar David Friedrich. Die gesichtslosen Figuren und die verlassene Architektur lassen zugleich an Giorgio de Chiricos metaphysische Malerei denken. Die Ruinen können als Sinnbilder der Vergänglichkeit verstanden werden. Zugleich scheint aus ihnen neues Leben hervorzugehen: Körper, Landschaft und Architektur gehen ineinander über. Das Gemälde veranschaulicht damit Zimmermanns Vorstellung einer Welt nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Vieles im Aufbruch und nichts endgültig festgelegt ist. Wie ein “zeichnender Ovid” – so Torsten Rodiek – macht der Künstler die Metamorphose selbst zum eigentlichen Thema des Bildes.

Schätzpreis: 12.000 €

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