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Felixmüller, Conrad
(Dresden 1897 - 1977 Berlin)
Felixmüller, Conrad
(Dresden 1897 - 1977 Berlin)
Selbstbildnis mit malender Hand. Öl auf Leinen auf Holz. 1939. 28,5 x 17,5 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert u. mit der Ortsangabe "Berlin" versehen.
Spielmann 802 - Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland; Privatsammlung Hessen. - 1937 waren zahlreiche Arbeiten von Felixmüller als "entartet" aus deutschen Museen entfernt worden. In dieser Zeit politischer und kultureller Bedrängnis formuliert der Künstler zwei Jahre später eine konzentrierte Selbstverortung: Felixmüller zeigt sich im Dreiviertelporträt, in der Hand hält er den Pinsel, als Zeichen fortgesetzter Arbeit. Der seitlich gerichtete Blick entzieht sich der direkten Konfrontation; er wirkt prüfend, wach, zugleich reserviert. Diese Blickregie erzeugt eine Spannung zwischen innerer Sammlung und äußerer Distanz. Der Künstler erscheint weder als expressiver Rebell noch als angepasstes Subjekt, sondern als reflektierende Instanz. Die einst grelle Farbigkeit des expressionistischen Frühwerks ist einer gedämpften, nuancierten Palette gewichen. Erdige Grün- und Brauntöne bestimmen die Komposition, das Inkarnat ist fein moduliert, der Pinselduktus sichtbar, jedoch kontrolliert. Die Malweise verbindet strukturelle Klarheit mit malerischer Sensibilität und verweist auf eine Entwicklung vom expressiven Impuls zur psychologischen Durchdringung. Im Hintergrund erscheint schemenhaft ein weiteres Bild - ein leises "Bild im Bild", das die Atelier-Situation andeutet und die den persönlichen Bezug des Werkes steigert. Der Maler inszeniert sich im Akt der Möglichkeit: als einer, der weiterhin sieht und gestaltet. Gerade in dieser Zurückhaltung liegt die eigentliche Intensität des Bildes. Das Selbstbildnis von 1939 verdichtet damit ein zentrales Motiv im Oeuvre Felixmüllers: die fortwährende Selbstbefragung des Künstlers angesichts historischer Zäsuren. Es ist ein Bild der Behauptung ohne Pathos sowie eine stille, aber nachhaltige Geste künstlerischer Souveränität. - Ein winziger Braunfleck.
(Dresden 1897 - 1977 Berlin)
Selbstbildnis mit malender Hand. Öl auf Leinen auf Holz. 1939. 28,5 x 17,5 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert u. mit der Ortsangabe "Berlin" versehen.
Spielmann 802 - Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland; Privatsammlung Hessen. - 1937 waren zahlreiche Arbeiten von Felixmüller als "entartet" aus deutschen Museen entfernt worden. In dieser Zeit politischer und kultureller Bedrängnis formuliert der Künstler zwei Jahre später eine konzentrierte Selbstverortung: Felixmüller zeigt sich im Dreiviertelporträt, in der Hand hält er den Pinsel, als Zeichen fortgesetzter Arbeit. Der seitlich gerichtete Blick entzieht sich der direkten Konfrontation; er wirkt prüfend, wach, zugleich reserviert. Diese Blickregie erzeugt eine Spannung zwischen innerer Sammlung und äußerer Distanz. Der Künstler erscheint weder als expressiver Rebell noch als angepasstes Subjekt, sondern als reflektierende Instanz. Die einst grelle Farbigkeit des expressionistischen Frühwerks ist einer gedämpften, nuancierten Palette gewichen. Erdige Grün- und Brauntöne bestimmen die Komposition, das Inkarnat ist fein moduliert, der Pinselduktus sichtbar, jedoch kontrolliert. Die Malweise verbindet strukturelle Klarheit mit malerischer Sensibilität und verweist auf eine Entwicklung vom expressiven Impuls zur psychologischen Durchdringung. Im Hintergrund erscheint schemenhaft ein weiteres Bild - ein leises "Bild im Bild", das die Atelier-Situation andeutet und die den persönlichen Bezug des Werkes steigert. Der Maler inszeniert sich im Akt der Möglichkeit: als einer, der weiterhin sieht und gestaltet. Gerade in dieser Zurückhaltung liegt die eigentliche Intensität des Bildes. Das Selbstbildnis von 1939 verdichtet damit ein zentrales Motiv im Oeuvre Felixmüllers: die fortwährende Selbstbefragung des Künstlers angesichts historischer Zäsuren. Es ist ein Bild der Behauptung ohne Pathos sowie eine stille, aber nachhaltige Geste künstlerischer Souveränität. - Ein winziger Braunfleck.
Estimated price: 5.000 €
