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Lange, Otto

(1879 Dresden 1944)

Lange, Otto
(1879 Dresden 1944)
Tschun, der Katzenfreund. Farbradierung auf Bütten. 1920/21. 39 x 31,6 (50,8 x 38,5) cm, unter Passepartout.
Signiert u. bezeichnet "Selbstdruck III Probedruck".

Nicht bei Schönjahn - Einziger bekannter Abzug. - Das Motiv des vorliegenden Blattes basiert auf dem heute verschollenen, gleichnamigen Gemälde von 1920/21 (Schönjahn, Abb. 14.16, S. 281), das sich ehemals im Stadtmuseum Dresden befand. Es wurde 1933 gemeinsam mit anderen Arbeiten Otto Langes in der Ausstellung "Entartete Kunst" zunächst in Dresden und letztmalig 1937 in München gezeigt. Der Bildaufbau von Radierung und Gemälde ist dabei nahezu identisch, wenngleich spiegelverkehrt. Während das Gemälde jedoch nur als Schwarzweißaufnahme überliefert ist, besticht die Radierung durch ihre leuchtende Farbigkeit. Es handelt sich dabei wohl nicht um eine Farbradierung im eigentlichen Sinne, vielmehr weist das Blatt einen fast monotypiehaften Charakter auf. Für die Kolorierung bediente sich Lange vermutlich einer Technik, die sich in ähnlicher Art auch bei seinen Hochdrucken findet: Er färbte die Platte per Hand ein, so dass sich keine homogene Oberfläche, sondern eine leicht unregelmäßige Farbigkeit ergibt, bei der teils noch Pinselspuren erkennbar sind. - Der volle Rand mit fachmännisch restaurierten Läsuren. Eine kleine Retusche.
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