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Graf, Gottfried
(1881 Mengen 1938)
Graf, Gottfried
(1881 Mengen 1938)
Der Bademantel. Öl auf Leinwand. Um 1923. 121 x 69,5 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso mit einem Ausstellungsetikett des Württembergischen Kunstvereins, Stuttgart, dort betitelt.
Nicht bei Hüll - Provenienz: Nachlass des Künstlers; Privatsammlung Berlin. - Mit einer Echtheitsbestätigung von Peter Bronner, Mengen, vom 30. Mai 2019 (in Kopie beigegeben). - Ausgestellt in: Gottfried Graf. Gesamtschau zum fünfzigsten Lebensjahre. Ulm, Schwörhaus, 1931, Katalog-Nr. 32 (unter dem Titel "Frauen mit Bademantel") sowie in: Gottfried Graf. Retrospektive. Stuttgart, Württembergischer Kunstverein, 1931, Katalog-Nr. 13. - Orientiert an den Lehren Adolf Hölzels ging es Gottfried Graf und seinen Mitstreitern, wie Willi Baumeister, Oskar Schlemmer, Johannes Itten oder Albert Mueller vor allem darum, Motive in eine farbige Formen- und Flächenstruktur zu übersetzen. Grafs Vorliebe galt dabei konsequent der Darstellung von Figuren - insbesondere weiblichen. In vorliegendem Gemälde von 1923, das als eines seiner Hauptwerke betrachtet werden kann, gestaltet Graf eine intime Innenraumszene, die sich zwischen Figuration und geometrischer Abstraktion bewegt. In klar gegliederten Farbfeldern und scharfkantigen Überschneidungen baut der Künstler durch die Ausarbeitung von Körper, Stoff und Raum eine vielschichtige Komposition auf, in der das Rot des zentralen Mantels wie ein visuelles Gravitationszentrum wirkt. Ornamentale Motive und kantige Draperien überlagern sich zu einem rhythmischen Gefüge, das zugleich dekorativ und konstruktiv erscheint. Charakteristisch für die frühe Phase der 1920er Jahre verbindet Graf hier die formale Strenge der Avantgarde mit einem Sinn für Materialität: Der Bademantel wird ebenso zum Bildgegenstand wie zur Fläche, zur Figur wie zur Architektur. So entsteht ein modernes Bildnis des Privaten - kühl in der Ordnung, aber voller Spannung in Farbe und kubo-expressiver Form. - Craquelé. Stellenweise kleine Randretuschen.
(1881 Mengen 1938)
Der Bademantel. Öl auf Leinwand. Um 1923. 121 x 69,5 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso mit einem Ausstellungsetikett des Württembergischen Kunstvereins, Stuttgart, dort betitelt.
Nicht bei Hüll - Provenienz: Nachlass des Künstlers; Privatsammlung Berlin. - Mit einer Echtheitsbestätigung von Peter Bronner, Mengen, vom 30. Mai 2019 (in Kopie beigegeben). - Ausgestellt in: Gottfried Graf. Gesamtschau zum fünfzigsten Lebensjahre. Ulm, Schwörhaus, 1931, Katalog-Nr. 32 (unter dem Titel "Frauen mit Bademantel") sowie in: Gottfried Graf. Retrospektive. Stuttgart, Württembergischer Kunstverein, 1931, Katalog-Nr. 13. - Orientiert an den Lehren Adolf Hölzels ging es Gottfried Graf und seinen Mitstreitern, wie Willi Baumeister, Oskar Schlemmer, Johannes Itten oder Albert Mueller vor allem darum, Motive in eine farbige Formen- und Flächenstruktur zu übersetzen. Grafs Vorliebe galt dabei konsequent der Darstellung von Figuren - insbesondere weiblichen. In vorliegendem Gemälde von 1923, das als eines seiner Hauptwerke betrachtet werden kann, gestaltet Graf eine intime Innenraumszene, die sich zwischen Figuration und geometrischer Abstraktion bewegt. In klar gegliederten Farbfeldern und scharfkantigen Überschneidungen baut der Künstler durch die Ausarbeitung von Körper, Stoff und Raum eine vielschichtige Komposition auf, in der das Rot des zentralen Mantels wie ein visuelles Gravitationszentrum wirkt. Ornamentale Motive und kantige Draperien überlagern sich zu einem rhythmischen Gefüge, das zugleich dekorativ und konstruktiv erscheint. Charakteristisch für die frühe Phase der 1920er Jahre verbindet Graf hier die formale Strenge der Avantgarde mit einem Sinn für Materialität: Der Bademantel wird ebenso zum Bildgegenstand wie zur Fläche, zur Figur wie zur Architektur. So entsteht ein modernes Bildnis des Privaten - kühl in der Ordnung, aber voller Spannung in Farbe und kubo-expressiver Form. - Craquelé. Stellenweise kleine Randretuschen.
Hammer: 7.500 €
