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Auktion 64: 25. April 2026
ab 12 Uhr
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Los 152 aus unserer Frühjahrsauktion am 25. April 2026

Alexej von Jawlensky
(Torschok 1864 – 1941 Wiesbaden)

Stilleben mit Fruchtschale und Blumenvase. Öl über Graphit auf Malpappe. Um 1932. 53,9 x 41,5 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso Studie in Öl (Stilleben).

Jawlensky/Pieroni-Jawlensky 1414 – Provenienz: 1959 Galerie Beyeler, Basel; Privatsammlung Bayern; Privatsammlung Nordrhein-Westfalen. – Ausgestellt in: Alexej von Jawlensky. Basel, Galerie Beyeler, 1957, Katalog-Nr. 7; Alexej von Jawlensky. Saarbrücken, Saarland Museum, 1957, Katalog-Nr. 18 (verso mit dem Etikett); Alexej von Jawlensky. Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen u.a., 1957, Katalog-Nr. 32 sowie in: Alexej von Jawlensky. Los Angeles, Stephen Silagy Galleries, 1958, Katalog-Nr. 21.

In Jawlenskys Stilleben verdichtet sich jener Weg vom Gegenständlichen zur inneren Vision, der sein gesamtes Schaffen prägte. Aus der russischen Kunsttradition heraus und früh durch die französische Moderne inspiriert, fand Jawlensky in München zu einer eigenständigen, expressionistischen Bildsprache. Während seine berühmten Köpfe und Heilandsgesichter häufig im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, zeigen die Blumenstilleben eine nicht minder konsequente Reduktion und Vergeistigung der sichtbaren Welt.
Charakteristisch ist die klare, oft stark vereinfachte Komposition: Vase, Tischfläche und Hintergrund werden in großflächige Farbzonen gegliedert, die durch dunkle Konturen gegeneinander abgegrenzt sind. Diese Linien verleihen den Formen Halt und rhythmische Spannung, ohne sie naturalistisch zu modellieren. Gerade in den späten Stilleben entfaltete Jawlensky eine außerordentliche Sensibilität für die “Eigenwerte” der Farben. Komplementärkontraste – etwa zwischen Rot und Grün oder Blau und Orange – evozieren eine vibrierende Intensität. Zarte Rosé- und Türkistöne stehen neben tiefem Violett oder glühendem Gelb. Die Farbe besitzt eine emotionale und fast spirituelle Dimension. In der gesteigerten Leuchtkraft und Verdichtung der Farbflächen wird das Bild zu einem Resonanzraum subjektiver Empfindung. Dabei bleibt der Duktus sichtbar: Der freie, teils pastose Pinselstrich zeugt von körperlicher Präsenz und unmittelbarem Zugriff. Diese Offenheit der Faktur verstärkt den Eindruck, dass das Bild nicht eine äußere Erscheinung festhält, sondern einen inneren Zustand sichtbar macht.
“Immer wieder waren es die Stilleben, in denen er durch die Intensivierung der Farbe und Konzentration der Form zum Ausdruck bringen wollte, was in ihm vibrierte”, schrieb der Wiesbadener Museumsdirektor Clemens Weiler. “Die Farbe wird bei ihm nie dekorativ verwendet, sondern stets gefühlsbetont, innerlich bedeutungsvoll, hintergründig gesättigt.” (Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, S. 63 ff.)

Schätzpreis: 70.000 €

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