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Wigand, Albert

(Ziegenhain in Hessen 1890 - 1978 Leipzig)

Wigand, Albert
(Ziegenhain in Hessen 1890 - 1978 Leipzig)
Rot und Violett. Öl auf Pappe. 1946. 17,9 x 23,9 cm. Gerahmt.
Verso signiert, datiert (gemalt 1946), betitelt u. bezeichnet "4." sowie "Marcelle u. André 1918". Mit Etikett, dort von fremder Hand mit dem Besitzvermerk "Renate und Joachim Glück" versehen.

Grüß-Wigand A-1946/3 - Im Ersten Weltkrieg war Albert Wigand als Sanitätssoldat in Sedan stationiert, wo er zahlreiche Zeichnungen anfertigte. Besonders die Häuserfassaden der nordfranzösischen Stadt übten eine große Faszination auf den Künstler aus, wobei vorliegende Arbeit zu seinen ersten und authentischsten Werken gehört. "Wigands Werk adelt die alten Häuser und erhebt sie in Gemälden wie Zeichnungen zu Kostbarkeiten der Kunst. Die sensitive Atmosphäre seiner Bilder vermittelt die Stille einer Straße, nicht die Geschäftigkeit des städtischen Trubels. Er war kein Figurenmaler, seine Bilder zeigen Hauswände in sanfter Blässe und mit verwitterten Inschriften. Die Fassaden gehen auf das Stadterlebnis Sedan im Ersten Weltkrieg zurück, es sind patinierte, bröckelnde, hinfällige und meist beschriftete Fassaden mit statischer Reihung von Fenstern, Türen und Reklamen. In der Schrift an den Hauswänden zeichnet sich ein Teil des Lebens ab, sie fungiert als Erinnerungsstück und Botschaft zugleich. Dennoch bleibt sie 'im Bilde', die Buchstaben sind unaufhebbarer Bestandteil des bildkünstlerischen Flächengewebes und reichen damit über die pure Wörtlichkeit der Mitteilung hinaus." (Lothar Lang, in: Wigand. Malerei, Zeichnungen, Collagen. Altenburg, Lindenau-Museum, 1993, S. 36) - Stellenweise minimales Craquelé. Die Bildränder mit vereinzelten winzigen Farbverlusten.
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