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Stella, Frank
(Malden in Massachusetts 1936 - 2024 New York)
Stella, Frank
(Malden in Massachusetts 1936 - 2024 New York)
Talladega Three I (aus der Serie "Circuits"). Radierung auf Büttenkarton. 1982. 167 x 130 (170 x 130) cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. nummeriert "10/30". Mit dem Trockenstempel des Druckateliers Tyler Graphics Ltd., Bedford Village, NY.
Axsom 135 - Provenienz: Sammlung Hacker, Frankfurt am Main, von diesen 1984 in der Private Gallery Leslie Feely, New York, erworben. - Frank Stella leistete mit seiner Serie "Circuits" einen entscheidenden Beitrag zur Druckgrafik. Darin nutzte Stella die Technik der großformatigen Radierung, oft mit tief eingeätzten Platten und intensiver Verwendung von schwarzer Tusche, um eine skulptural anmutende Materialität zu erreichen. Auch unsere großformatige Radierung "Talladega Three I" aus dieser Reihe zeigt Stellas charakteristische Auseinandersetzung mit Linien, Raum und Materialität, die in seinem skulpturalen Werk so zentral ist. Um seine radikale Vision im Medium der Druckgrafik zu realisieren, war für Stella die Zusammenarbeit mit Kenneth E. Tyler entscheidend. Tyler, Gründer von Gemini G.E.L. in Los Angeles und später Tyler Graphics Ltd. in Bedford Village, New York, war ein Pionier der Druckkunst und für innovative Techniken bekannt. - "Circuits" ist die erste von insgesamt drei Printserien, die simultan mit einer Folge von gleichnamigen Metallreliefbildern entstand. Der Werkkomplex ist eine Fortsetzung der von Stella entwickelten Formenmorphologie, abgeleitet von mechanischen Zeichenvorlagen. In "Circuits" erscheint erstmals die alle Arbeiten der Reihe definierende Flexicurve, also eine in vielfältigen S-Formen angelegte Kurve. Diese ist, ebenso wie der Name "Circuits", eine Referenz auf Autorennstrecken, da Stella sich sehr für diesen Sport begeisterte. Die jeweiligen Titel der Grafiken sind nach international bekannten Autorennstrecken benannt, die Stella Ende der 1970er besichtigt hatte. Die hinzugefügte Bezeichnung "Three" oder "Five" bezieht sich auf unterschiedlich angewandte Maßstäbe der Abbildung in Bezug auf die zugehörigen Metallreliefs, während die römischen Ziffern die Reihenfolge der Variationen innerhalb der Druckserie angeben. Zum ersten Mal benutzte Stella bei diesen Arbeiten die Technik, sowohl im Hochdruck- als auch im Tiefdruckverfahren gravierte und geätzte Magnesiumplatten zu kombinieren, die vom Künstler und Tyler zusammen entworfen wurden. Bei einigen Arbeiten integrierte er zusätzlich Holzschnitte. Die Verwendung von handgeschöpftem, teils mehrfarbigem Papier, das in der kurz zuvor eröffneten Papierfabrik von Tyler Graphics produziert wurde, war ebenfalls eine Premiere für Stella. Als einzelne Druckelemente dienten Teile der "Circuits"-Metallreliefbilder, das heißt die Metallstücke, die übrig blieben, als die Formen für die Bilder mit dem Laser geschnitten wurden. - "Talladega Three I" bezieht sich auf den im US-amerikanischen Bundesstaat Alabama gelegenen Talladega Superspeedway, die größte Rennstrecke im Rennkalender der NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing). Für diese Radierung wurde bei Tyler Graphics mit sehr großem Aufwand die Farbe mit Wattestäbchen aus einzelnen geätzten Linien der Magnesiumplatten entfernt und anschließend gedruckt: "[...] Wenn wir die Linien zu sauber wischten, gefiel es Frank nicht. Es musste also genau richtig sein, die Linien mussten gefüllt und dann größtenteils sauber gewischt werden, mit gerade so viel Tinte am Rand der Formen, dass nur die Kanten gedruckt und definiert wurden." (Rodney Konopaki, damaliger Leiter der Radierungs-Abteilung bei Tyler Graphics, https://nga.gov.au/stories-ideas/backwards-intaglio-making-frank-stellas-swan-engravings/, übersetzt von Lehr Kunstauktionen)
(Malden in Massachusetts 1936 - 2024 New York)
Talladega Three I (aus der Serie "Circuits"). Radierung auf Büttenkarton. 1982. 167 x 130 (170 x 130) cm. Unter Glas gerahmt.
Signiert, datiert u. nummeriert "10/30". Mit dem Trockenstempel des Druckateliers Tyler Graphics Ltd., Bedford Village, NY.
Axsom 135 - Provenienz: Sammlung Hacker, Frankfurt am Main, von diesen 1984 in der Private Gallery Leslie Feely, New York, erworben. - Frank Stella leistete mit seiner Serie "Circuits" einen entscheidenden Beitrag zur Druckgrafik. Darin nutzte Stella die Technik der großformatigen Radierung, oft mit tief eingeätzten Platten und intensiver Verwendung von schwarzer Tusche, um eine skulptural anmutende Materialität zu erreichen. Auch unsere großformatige Radierung "Talladega Three I" aus dieser Reihe zeigt Stellas charakteristische Auseinandersetzung mit Linien, Raum und Materialität, die in seinem skulpturalen Werk so zentral ist. Um seine radikale Vision im Medium der Druckgrafik zu realisieren, war für Stella die Zusammenarbeit mit Kenneth E. Tyler entscheidend. Tyler, Gründer von Gemini G.E.L. in Los Angeles und später Tyler Graphics Ltd. in Bedford Village, New York, war ein Pionier der Druckkunst und für innovative Techniken bekannt. - "Circuits" ist die erste von insgesamt drei Printserien, die simultan mit einer Folge von gleichnamigen Metallreliefbildern entstand. Der Werkkomplex ist eine Fortsetzung der von Stella entwickelten Formenmorphologie, abgeleitet von mechanischen Zeichenvorlagen. In "Circuits" erscheint erstmals die alle Arbeiten der Reihe definierende Flexicurve, also eine in vielfältigen S-Formen angelegte Kurve. Diese ist, ebenso wie der Name "Circuits", eine Referenz auf Autorennstrecken, da Stella sich sehr für diesen Sport begeisterte. Die jeweiligen Titel der Grafiken sind nach international bekannten Autorennstrecken benannt, die Stella Ende der 1970er besichtigt hatte. Die hinzugefügte Bezeichnung "Three" oder "Five" bezieht sich auf unterschiedlich angewandte Maßstäbe der Abbildung in Bezug auf die zugehörigen Metallreliefs, während die römischen Ziffern die Reihenfolge der Variationen innerhalb der Druckserie angeben. Zum ersten Mal benutzte Stella bei diesen Arbeiten die Technik, sowohl im Hochdruck- als auch im Tiefdruckverfahren gravierte und geätzte Magnesiumplatten zu kombinieren, die vom Künstler und Tyler zusammen entworfen wurden. Bei einigen Arbeiten integrierte er zusätzlich Holzschnitte. Die Verwendung von handgeschöpftem, teils mehrfarbigem Papier, das in der kurz zuvor eröffneten Papierfabrik von Tyler Graphics produziert wurde, war ebenfalls eine Premiere für Stella. Als einzelne Druckelemente dienten Teile der "Circuits"-Metallreliefbilder, das heißt die Metallstücke, die übrig blieben, als die Formen für die Bilder mit dem Laser geschnitten wurden. - "Talladega Three I" bezieht sich auf den im US-amerikanischen Bundesstaat Alabama gelegenen Talladega Superspeedway, die größte Rennstrecke im Rennkalender der NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing). Für diese Radierung wurde bei Tyler Graphics mit sehr großem Aufwand die Farbe mit Wattestäbchen aus einzelnen geätzten Linien der Magnesiumplatten entfernt und anschließend gedruckt: "[...] Wenn wir die Linien zu sauber wischten, gefiel es Frank nicht. Es musste also genau richtig sein, die Linien mussten gefüllt und dann größtenteils sauber gewischt werden, mit gerade so viel Tinte am Rand der Formen, dass nur die Kanten gedruckt und definiert wurden." (Rodney Konopaki, damaliger Leiter der Radierungs-Abteilung bei Tyler Graphics, https://nga.gov.au/stories-ideas/backwards-intaglio-making-frank-stellas-swan-engravings/, übersetzt von Lehr Kunstauktionen)
Estimated price: 9.000 €