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Modersohn, Otto

(Soest 1865 - 1943 Rotenburg, Wümme)

Modersohn, Otto
(Soest 1865 - 1943 Rotenburg, Wümme)
Tulpen, Anemonen und Iris. Öl auf Leinwand. 1928. 45,3 x 64,5 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso weitere Studie in Öl (Waldlandschaft).

Provenienz: Privatbesitz Nordrhein-Westfalen; Galerie Ludorff, Düsseldorf, dort 1991 vom Vorbesitzer erworben (Rechnung, Expertise und Wertgutachten der Galerie Ludorff jeweils in Kopie sowie Expertise des Otto-Modersohn-Museums, Fischerhude, im Original beigegeben). - Inspiriert durch seine Allgäuaufenthalte und die dort vorhandene Alpenflora sowie von den Bildern Courbets, Van Goghs und Cézannes begann Otto Modersohn Ende der 20er Jahre, erstmals Blumen als Sträuße zu malen. Vorliegende Arbeit ist ein frühes Beispiel des neuen Themenkomplexes, mit dem sich der Künstler bis zu seinem Tod auseinandersetzte. "So ein Strauß ist eine Wunderwelt, phantastischer als die Natur da draußen, eine Märchenwelt." (Otto Modersohn in seinem Tagebuch, 12. November 1933, zitiert aus: Otto Modersohn. Monographie einer Landschaft, herausgegeben vom Otto Modersohn Museum in Fischerhude, Hamburg 1978, S. 290) - Die Blumen - Tulpen, zarte Anemonen und elegante Iris - entfalten sich in unterschiedlichen Stadien des Blühens, was dem Werk eine subtile Symbolik des Vergänglichen verleiht. Modersohn wählte eine kontrastreiche Farbpalette, mit der er die warmen Rot- und Gelbtöne der Blüten vor einem kühlen, graugrünen Hintergrund absetzte. Sein feines Gespür für die Natur und die Fähigkeit, eine fast meditative Stimmung zu erzeugen, ist auch in unserem Gemälde unverkennbar. Es lädt den Betrachter ein, den Schwüngen der Pflanzen zu folgen und sich so in einer natürlichen kontemplativen Atmosphäre zu verlieren, die jenseits des betrieblichen Alltags zu liegen scheint. - Vereinzelte Randretuschen.
Estimated price: 15.000 €