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Auktion 64: 25. April 2026
ab 12 Uhr
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Los 176 aus unserer Frühjahrsauktion am 25. April 2026

Paul Kother
(Leipzig 1878 – 1963 Weimar)

Doppelporträt (Otto Mueller und seine Frau Maschka). Leimfarbe auf Rupfen. Um 1906. 56 x 70 cm. Gerahmt.

Die Arbeit wird in das Werkverzeichnis des Künstlers aufgenommen. Wir danken Torsten Sabatier, Verden, für die freundlichen Auskünfte. – Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland (seit Ende der 1920er Jahre in Familienbesitz); Privatsammlung Hessen.

Paul Kother und Otto Mueller lernten sich 1896 in Dresden in der Malklasse von Carl Bantzer kennen. 1909 heiratete Kother Muellers Schwester Martha. In vorliegendem Doppelporträt zeigt Kother seinen Schwager mit dessen Ehefrau Maschka in einer stillen, introvertierten Zweisamkeit. Diese doppelte Nähe – biografisch wie emotional – prägt die besondere Intensität des Bildes. Kother verzichtet auf eine repräsentative Pose oder dekorative Ausgestaltung. Stattdessen rückt er die psychologische Präsenz der beiden Figuren in den Vordergrund.
Die Gesichter sind kantig modelliert, von kräftigen Konturen und expressiven Farbkontrasten bestimmt. Blau- und Grüntöne dominieren die Komposition und verleihen ihr eine kühle, fast entrückte Atmosphäre, die durch die dunklen, ernsten Augenpartien noch verstärkt wird. Otto Mueller erscheint nach innen gekehrt, mit angespannt erhobener Hand, während Maschka ruhiger und gefasster wirkt. Kother gelingt es, die unterschiedlichen seelischen Zustände beider Figuren sichtbar zu machen, ohne sie voneinander zu isolieren. Vielmehr entsteht ein Spannungsfeld zwischen Nähe und Eigenständigkeit, das für die Darstellung moderner Paarbeziehungen ebenso charakteristisch ist wie für den Geist des Expressionismus.

Schätzpreis: 9.000 €

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