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Ticha, Hans

(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)

Ticha, Hans
(Tetschen-Bodenbach 1940 - lebt in Maintal)
Ballspieler mit 5. Öl auf Leinwand. 1982. 60 x 55 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert.

Ticha 82/11 - Provenienz: Atelier des Künstlers; Privatsammlung Plauen, seitdem in Familienbesitz. Wir danken Herrn Ticha für die freundlichen Auskünfte zur Provenienz. - Unser Gemälde steht exemplarisch für das bildnerische Vokabular von Hans Ticha, dessen Werk zwischen konstruktiver Klarheit, Pop-Art-Anklängen und subtiler Gesellschaftsbeobachtung oszilliert. Ticha, der in der DDR arbeitete und dennoch eine formal eigenständige Position entwickelte, reduzierte den menschlichen Körper auf ein System aus Kreisen, Segmenten und farbigen Volumen. Seine Figuren erscheinen wie technische Zeichen oder bewegliche Module eines modernen Bildapparats. Gerade darin liegt die eigentümliche Spannung seines Oeuvres: Hinter der scheinbaren Heiterkeit geometrischer Formen verbirgt sich eine präzise Reflexion über Körper, Bewegung und gesellschaftliche Choreografie. - Dabei nimmt das Motiv des Sports eine besondere Stellung ein. Sport erscheint nicht als heroisches Ereignis, sondern als Chiffre moderner Massengesellschaft - als ritualisierte Bewegung und öffentliche Inszenierung. Gerade hierin liegt die kunsthistorische Relevanz des Werkes: "Ballspieler mit 5" verbindet die formale Strenge konstruktiver Kunst mit der ironischen Distanz einer reflektierten Figuration. Das Bild entfaltet seine Wirkung weniger durch erzählerischen Gehalt als durch visuelle Präzision und kompositorische Verdichtung. - Das Entstehungsjahr 1982 ist dabei nicht zufällig. In der späten DDR entwickelte Ticha eine Bildwelt, die sich den kulturpolitisch bevorzugten Formen des sozialistischen Realismus entzog, ohne offen oppositionell aufzutreten. Seine Kunst operiert über Reduktion, Typisierung und subtile Überzeichnung. Dadurch gewinnen Werke wie "Ballspieler mit 5" bis heute ihre eigentümliche Aktualität: Sie zeigen den Menschen als funktionale Figur einer modernen Bild- und Gesellschaftsordnung. Sport wird hier nicht naturalistisch erzählt, sondern rhythmisch organisiert. Die Bewegung entsteht aus dem Zusammenstoß von Rot, Blau, Gelb und Weiß sowie aus der Überlagerung geometrischer Achsen. Der Ballspieler erscheint weniger als Individuum denn als "Kugelfigur" innerhalb eines exakt kalkulierten Systems. Gerade diese Synthese aus Figuration und Abstraktion gehört zu den charakteristischen Leistungen Tichas.
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