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Thoms, Ernst
(Nienburg 1896 - 1983 Wietzen)
Thoms, Ernst
(Nienburg 1896 - 1983 Wietzen)
Jäger und Mädchen. Öl auf Leinwand. 1924. 98 x 72 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt sowie mit Ausstellungsetikett des Sprengel Museums, Hannover, versehen.
Allnoch 114 - Provenienz: Zeit seines Lebens im Besitz des Künstlers, danach im Besitz seiner Familie; Privatsammlung Bremen. - Ausgestellt in: Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen. Hannover, Kunstverein, 1957; Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Kunstverein, 1974; Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle. Nienburg, Fachhochschule, 1975; Ernst Thoms. Wuppertal, Galerie & Edition Hungerland, 1981; Ernst Thoms. Ein Maler der Neuen Sachlichkeit. Oldenburg, Landesmuseum, 1982; Ernst Thoms. Gouachen, Aquarelle, Ölbilder. Museum Nienburg, 1995; Ernst Thoms. Ölbilder und Aquarelle der 20er Jahre. Frankfurt am Main, Galerie Nikolaus Fischer, 2000; Der stärkste Ausdruck unserer Tage. Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Sprengel Museum, 2002; revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912-1933. Hannover, Sprengel Museum, 2017. - Dem Kreis um Grethe Jürgens, Gerta Overbeck, Hans Mertens und Erich Wegner angehörend, entwickelte Ernst Thoms früh eine ausgesprochen individuelle Bildsprache. Während viele seiner Weggefährten den urbanen Alltag und soziale Milieus mit nüchterner Beobachtung schilderten, verband Thoms die neusachliche Präzision mit einer poetischen, teilweise märchenhaften und vieldeutigen Symbolik. Zeitgenössische und spätere Autoren haben gerade diese Verbindung von realistischer Schärfe und lyrischer Überhöhung als charakteristisch für sein Werk hervorgehoben. Unser 1924 entstandenes Gemälde dokumentiert genau jene bedeutende Phase, in der Ernst Thoms seine unverwechselbare Handschrift bereits voll ausgebildet hatte. Die Verbindung aus flächiger Komposition, strenger Linearität, symbolischer Mehrdeutigkeit und nahezu archaischer Figurenauffassung macht das Gemälde zu einem Schlüsselwerk seines Oeuvres. Eine diagonal durch das Bild verlaufende Jagdwaffe, deren entgegengesetzter Gurt sowie die parallel dazu gestellte Bahnlinie im Hintergrund gliedern die Komposition und erzeugen so eine spannungsvolle Barriere zwischen den beiden Figuren. Weniger als naturalistische Jagdtrophäen denn als symbolische Attribute fungieren die Vögel - einer lebendig auf dem Arm des Jägers sitzend, ein anderer bereits als Beute herabhängend - sowie der über die Schulter des Mädchens gelegte Hase. Sie verweisen auf Themen wie Vergänglichkeit, Besitz, Verletzlichkeit, während die voneinander isolierten Figuren das ambivalente Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie Natur und Mensch zu symbolisieren scheinen. So zeigt Thoms "Jäger und Mädchen" exemplarisch, wie die Neue Sachlichkeit in Hannover über die reine Beobachtung der Wirklichkeit hinaus zu einer Erzählweise gelangen konnte, die das Alltägliche in ein geheimnisvolles und zeitloses Sinnbild überführt. - Vereinzelte kleine Retuschen. Craquelé.
(Nienburg 1896 - 1983 Wietzen)
Jäger und Mädchen. Öl auf Leinwand. 1924. 98 x 72 cm. Gerahmt.
Signiert u. datiert. Verso signiert, datiert u. betitelt sowie mit Ausstellungsetikett des Sprengel Museums, Hannover, versehen.
Allnoch 114 - Provenienz: Zeit seines Lebens im Besitz des Künstlers, danach im Besitz seiner Familie; Privatsammlung Bremen. - Ausgestellt in: Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen. Hannover, Kunstverein, 1957; Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Kunstverein, 1974; Ernst Thoms. Ölbilder, Aquarelle. Nienburg, Fachhochschule, 1975; Ernst Thoms. Wuppertal, Galerie & Edition Hungerland, 1981; Ernst Thoms. Ein Maler der Neuen Sachlichkeit. Oldenburg, Landesmuseum, 1982; Ernst Thoms. Gouachen, Aquarelle, Ölbilder. Museum Nienburg, 1995; Ernst Thoms. Ölbilder und Aquarelle der 20er Jahre. Frankfurt am Main, Galerie Nikolaus Fischer, 2000; Der stärkste Ausdruck unserer Tage. Neue Sachlichkeit in Hannover. Hannover, Sprengel Museum, 2002; revonnaH. Kunst der Avantgarde in Hannover 1912-1933. Hannover, Sprengel Museum, 2017. - Dem Kreis um Grethe Jürgens, Gerta Overbeck, Hans Mertens und Erich Wegner angehörend, entwickelte Ernst Thoms früh eine ausgesprochen individuelle Bildsprache. Während viele seiner Weggefährten den urbanen Alltag und soziale Milieus mit nüchterner Beobachtung schilderten, verband Thoms die neusachliche Präzision mit einer poetischen, teilweise märchenhaften und vieldeutigen Symbolik. Zeitgenössische und spätere Autoren haben gerade diese Verbindung von realistischer Schärfe und lyrischer Überhöhung als charakteristisch für sein Werk hervorgehoben. Unser 1924 entstandenes Gemälde dokumentiert genau jene bedeutende Phase, in der Ernst Thoms seine unverwechselbare Handschrift bereits voll ausgebildet hatte. Die Verbindung aus flächiger Komposition, strenger Linearität, symbolischer Mehrdeutigkeit und nahezu archaischer Figurenauffassung macht das Gemälde zu einem Schlüsselwerk seines Oeuvres. Eine diagonal durch das Bild verlaufende Jagdwaffe, deren entgegengesetzter Gurt sowie die parallel dazu gestellte Bahnlinie im Hintergrund gliedern die Komposition und erzeugen so eine spannungsvolle Barriere zwischen den beiden Figuren. Weniger als naturalistische Jagdtrophäen denn als symbolische Attribute fungieren die Vögel - einer lebendig auf dem Arm des Jägers sitzend, ein anderer bereits als Beute herabhängend - sowie der über die Schulter des Mädchens gelegte Hase. Sie verweisen auf Themen wie Vergänglichkeit, Besitz, Verletzlichkeit, während die voneinander isolierten Figuren das ambivalente Verhältnis zwischen Mann und Frau sowie Natur und Mensch zu symbolisieren scheinen. So zeigt Thoms "Jäger und Mädchen" exemplarisch, wie die Neue Sachlichkeit in Hannover über die reine Beobachtung der Wirklichkeit hinaus zu einer Erzählweise gelangen konnte, die das Alltägliche in ein geheimnisvolles und zeitloses Sinnbild überführt. - Vereinzelte kleine Retuschen. Craquelé.
Estimated price: 80.000 €
