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Seitz, Gustav
(Neckarau 1906 - 1969 Hamburg)
Seitz, Gustav
(Neckarau 1906 - 1969 Hamburg)
Käthe Kollwitz (Entwurf zum Käthe-Kollwitz-Denkmal). Bronze mit brauner Patina. 1956. 34 x 17 x 20 cm.
Mit dem Gießerstempel "Guss Barth Rinteln".
Nicht bei Grohn - Eines von insgesamt zwei Exemplaren. - Provenienz: Geschenk von Luise Seitz an Helga Steffan, Hamburg; 2013 Privatsammlung Lübeck. - 1956 erhielt Gustav Seitz, der bereits zu dieser Zeit zu den bedeutendsten Bildhauern der DDR zählte, den Auftrag zur Schaffung eines Denkmals für Käthe Kollwitz auf dem Berliner Käthe-Kollwitz-Platz im Prenzlauer Berg. An jenem Ort hatte sich einst das Wohnhaus der Künstlerin befunden, das 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Bereits seit 1950 erinnerte dort eine Kalksteinkopie von Kollwitz' eigener Skulptur "Mutter mit zwei Kindern" an ihr Leben und Werk. Unsere Bronze, der zweite plastische Entwurf, dokumentiert auf eindrucksvolle Weise den zwei Jahre andauernden Kompositionsprozess des Bildhauers, wobei ihm das späte Selbstbildnis von Kollwitz aus dem Jahr 1938 als Anhaltspunkt diente. Im Unterschied zu später ausgeführten Fassungen zeigt unsere Plastik die dargestellte Kollwitz noch beide Hände über einer auf dem Schoß ruhenden Zeichenmappe gefaltet. Im endgültigen, 1958 vollendeten Denkmal (Grohn 127) entschied sich Seitz für eine reduziertere, kubische Formensprache, die an jene Ernst Barlachs erinnert: Dort hält die Künstlerin die nun neben sich platzierte Zeichenmappe mit der linken Hand umfasst, während sie in der rechten, auf dem Schoß ruhenden Hand einen Kreidestift bereithält. Die leicht nach vorn gebeugte Körperhaltung unserer Bronze, die Seitz in der finalen Version etwas zurücknahm, sowie der ernste, nachdenkliche, aber dennoch standhafte Gesichtsausdruck erinnern an eine Künstlerin, die unter dem faschistischen Regime großes Leid ertragen musste und trotzdem nie den Kampf für den Humanismus aufgab. Das überlebensgroße Denkmal, eine bildhauerische Meisterleistung, gilt heute als Seitz' Hauptwerk.
(Neckarau 1906 - 1969 Hamburg)
Käthe Kollwitz (Entwurf zum Käthe-Kollwitz-Denkmal). Bronze mit brauner Patina. 1956. 34 x 17 x 20 cm.
Mit dem Gießerstempel "Guss Barth Rinteln".
Nicht bei Grohn - Eines von insgesamt zwei Exemplaren. - Provenienz: Geschenk von Luise Seitz an Helga Steffan, Hamburg; 2013 Privatsammlung Lübeck. - 1956 erhielt Gustav Seitz, der bereits zu dieser Zeit zu den bedeutendsten Bildhauern der DDR zählte, den Auftrag zur Schaffung eines Denkmals für Käthe Kollwitz auf dem Berliner Käthe-Kollwitz-Platz im Prenzlauer Berg. An jenem Ort hatte sich einst das Wohnhaus der Künstlerin befunden, das 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde. Bereits seit 1950 erinnerte dort eine Kalksteinkopie von Kollwitz' eigener Skulptur "Mutter mit zwei Kindern" an ihr Leben und Werk. Unsere Bronze, der zweite plastische Entwurf, dokumentiert auf eindrucksvolle Weise den zwei Jahre andauernden Kompositionsprozess des Bildhauers, wobei ihm das späte Selbstbildnis von Kollwitz aus dem Jahr 1938 als Anhaltspunkt diente. Im Unterschied zu später ausgeführten Fassungen zeigt unsere Plastik die dargestellte Kollwitz noch beide Hände über einer auf dem Schoß ruhenden Zeichenmappe gefaltet. Im endgültigen, 1958 vollendeten Denkmal (Grohn 127) entschied sich Seitz für eine reduziertere, kubische Formensprache, die an jene Ernst Barlachs erinnert: Dort hält die Künstlerin die nun neben sich platzierte Zeichenmappe mit der linken Hand umfasst, während sie in der rechten, auf dem Schoß ruhenden Hand einen Kreidestift bereithält. Die leicht nach vorn gebeugte Körperhaltung unserer Bronze, die Seitz in der finalen Version etwas zurücknahm, sowie der ernste, nachdenkliche, aber dennoch standhafte Gesichtsausdruck erinnern an eine Künstlerin, die unter dem faschistischen Regime großes Leid ertragen musste und trotzdem nie den Kampf für den Humanismus aufgab. Das überlebensgroße Denkmal, eine bildhauerische Meisterleistung, gilt heute als Seitz' Hauptwerk.
Estimated price: 3.000 €
