243
Rataiczyk, Werner
(Eisleben 1921 - 2021 Halle)
Rataiczyk, Werner
(Eisleben 1921 - 2021 Halle)
Stehendes Mädchen (Jutta). Öl auf Hartfaser. 1953. 98,5 x 44,2 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso in Versalien signiert, datiert u. betitelt.
Provenienz: Privatsammlung Berlin, direkt vom Künstler erworben. - Unser 1953 in Halle entstandenes Gemälde "Stehendes Mädchen (Jutta)" gehört zu den frühen eigenständigen Figurenbildern Werner Rataiczyks und entstand unmittelbar nach dem Abschluss seines Studiums an der Burg Giebichenstein, wo er von 1947 bis 1952 bei Erwin Hahs ausgebildet wurde. Dessen von der Klassischen Moderne geprägtes Verständnis einer autonomen, auf Farbe und Form gegründeten Malerei bildete eine wesentliche Grundlage für Rataiczyks frühes Werk. - Vor einem in fein abgestuften Grauwerten gehaltenen Hintergrund erscheint die isolierte Figur eines jungen Mädchens. Der auf wenige Elemente reduzierte Bildraum lenkt den Blick ganz auf die ruhige Präsenz der Gestalt. Überlängte Proportionen, vereinfachte Gesichtszüge und eine reservierte Haltung verleihen der Dargestellten eine zeitlose, beinahe entrückte Wirkung. Der Blütenzweig setzt als einziger farbiger Akzent einen lyrischen Kontrapunkt innerhalb der gedämpften Komposition. - Die tonige Farbigkeit erinnert an das für die hallesche Malerei charakteristische "hallische Grau", das weniger der Naturbeobachtung als der atmosphärischen und formalen Verdichtung dient. In der Vereinfachung der Formen und der Konzentration auf die autonome Bildwirkung zeigt sich Rataiczyks Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne, insbesondere mit Werken von Pablo Picasso. - Entstanden in einer Zeit, in der die kulturpolitischen Vorgaben der DDR zunehmend auf den Sozialistischen Realismus ausgerichtet wurden, setzt das Gemälde einen bemerkenswerten Gegenakzent. An die Stelle erzählerischer oder ideologisch geprägter Inhalte tritt die Konzentration auf die einzelne Figur und ihre malerische Präsenz. Unser Gemälde dokumentiert damit die Kontinuität der an der Burg Giebichenstein gepflegten Moderne und markiert zugleich einen frühen Höhepunkt in Rataiczyks Figurenmalerei.
(Eisleben 1921 - 2021 Halle)
Stehendes Mädchen (Jutta). Öl auf Hartfaser. 1953. 98,5 x 44,2 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso in Versalien signiert, datiert u. betitelt.
Provenienz: Privatsammlung Berlin, direkt vom Künstler erworben. - Unser 1953 in Halle entstandenes Gemälde "Stehendes Mädchen (Jutta)" gehört zu den frühen eigenständigen Figurenbildern Werner Rataiczyks und entstand unmittelbar nach dem Abschluss seines Studiums an der Burg Giebichenstein, wo er von 1947 bis 1952 bei Erwin Hahs ausgebildet wurde. Dessen von der Klassischen Moderne geprägtes Verständnis einer autonomen, auf Farbe und Form gegründeten Malerei bildete eine wesentliche Grundlage für Rataiczyks frühes Werk. - Vor einem in fein abgestuften Grauwerten gehaltenen Hintergrund erscheint die isolierte Figur eines jungen Mädchens. Der auf wenige Elemente reduzierte Bildraum lenkt den Blick ganz auf die ruhige Präsenz der Gestalt. Überlängte Proportionen, vereinfachte Gesichtszüge und eine reservierte Haltung verleihen der Dargestellten eine zeitlose, beinahe entrückte Wirkung. Der Blütenzweig setzt als einziger farbiger Akzent einen lyrischen Kontrapunkt innerhalb der gedämpften Komposition. - Die tonige Farbigkeit erinnert an das für die hallesche Malerei charakteristische "hallische Grau", das weniger der Naturbeobachtung als der atmosphärischen und formalen Verdichtung dient. In der Vereinfachung der Formen und der Konzentration auf die autonome Bildwirkung zeigt sich Rataiczyks Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne, insbesondere mit Werken von Pablo Picasso. - Entstanden in einer Zeit, in der die kulturpolitischen Vorgaben der DDR zunehmend auf den Sozialistischen Realismus ausgerichtet wurden, setzt das Gemälde einen bemerkenswerten Gegenakzent. An die Stelle erzählerischer oder ideologisch geprägter Inhalte tritt die Konzentration auf die einzelne Figur und ihre malerische Präsenz. Unser Gemälde dokumentiert damit die Kontinuität der an der Burg Giebichenstein gepflegten Moderne und markiert zugleich einen frühen Höhepunkt in Rataiczyks Figurenmalerei.
Estimated price: 3.000 €
