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Claus, Carlfriedrich
(Annaberg 1930 - 1998 Chemnitz)
Claus, Carlfriedrich
(Annaberg 1930 - 1998 Chemnitz)
Psychische Landschaft. Feder in Tusche, beidseitig, auf Transparentpapier. 1980. 16 x 20,9 cm.
Signiert u. mit Widmung versehen. Verso lesbar: "Die Reflexionen über ein Auge ihre Weiterführung zur Hand wandelt im mentalen Forum auf Verknüpfung mit einem antizipierenden transparentmachenden gesellschaftlichen Impuls: Spontaneität und Bewußtheit als Einheit."
Werner Z 661 - Provenienz: Dr. Werner Schmidt, Dresden; seit 2006 Privatsammlung Berlin. - In seinen Sprachblättern verbindet Carlfriedrich Claus - ein Einzelgänger, ein Unangepasster - philosophische Reflexionen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem universalen Ganzen. Es handelt sich dabei nicht um verschlüsselte Botschaften, sondern um skripturale Materialität. Claus "schreibt zeichnend und zeichnet schreibend" (Dietrich Mahlow) und hebt damit die Grenzen zwischen Schrift und Bild konsequent auf. Im Sprachblatt "Psychische Landschaft" wird das Auge zum Medium der Introspektion - jedoch nicht ausschließlich. Pyramidale Formen verweisen auf das Steinige und Mineralische, auf das Anorganische, und setzen dieses in ein Spannungsverhältnis zum Psychischen. Die auf transparentem Papier beidseitig angebrachten Schrift- und Zeichenspuren eröffnen multiple Betrachtungsebenen: die Vorderseite, ihre Durchleuchtung, die Rückseite, deren Durchleuchtung sowie das wechselseitige Einwirken der jeweiligen Strukturen. Wahrnehmung wird hier zu einem prozessualen Akt, der sich je nach Blickrichtung und Lichtsituation verändert. Die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Gedankengut Ernst Blochs - insbesondere mit der Idee der Aktivierung latenter psychischer Kräfte - tritt deutlich hervor. Das für Claus' Denklandschaften exemplarische und programmatische Blatt ist seinem Freund und Förderer gewidmet: dem renommierten Kunsthistoriker, langjährigen Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts und Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Dr. Werner Schmidt.
(Annaberg 1930 - 1998 Chemnitz)
Psychische Landschaft. Feder in Tusche, beidseitig, auf Transparentpapier. 1980. 16 x 20,9 cm.
Signiert u. mit Widmung versehen. Verso lesbar: "Die Reflexionen über ein Auge ihre Weiterführung zur Hand wandelt im mentalen Forum auf Verknüpfung mit einem antizipierenden transparentmachenden gesellschaftlichen Impuls: Spontaneität und Bewußtheit als Einheit."
Werner Z 661 - Provenienz: Dr. Werner Schmidt, Dresden; seit 2006 Privatsammlung Berlin. - In seinen Sprachblättern verbindet Carlfriedrich Claus - ein Einzelgänger, ein Unangepasster - philosophische Reflexionen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu einem universalen Ganzen. Es handelt sich dabei nicht um verschlüsselte Botschaften, sondern um skripturale Materialität. Claus "schreibt zeichnend und zeichnet schreibend" (Dietrich Mahlow) und hebt damit die Grenzen zwischen Schrift und Bild konsequent auf. Im Sprachblatt "Psychische Landschaft" wird das Auge zum Medium der Introspektion - jedoch nicht ausschließlich. Pyramidale Formen verweisen auf das Steinige und Mineralische, auf das Anorganische, und setzen dieses in ein Spannungsverhältnis zum Psychischen. Die auf transparentem Papier beidseitig angebrachten Schrift- und Zeichenspuren eröffnen multiple Betrachtungsebenen: die Vorderseite, ihre Durchleuchtung, die Rückseite, deren Durchleuchtung sowie das wechselseitige Einwirken der jeweiligen Strukturen. Wahrnehmung wird hier zu einem prozessualen Akt, der sich je nach Blickrichtung und Lichtsituation verändert. Die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit dem Gedankengut Ernst Blochs - insbesondere mit der Idee der Aktivierung latenter psychischer Kräfte - tritt deutlich hervor. Das für Claus' Denklandschaften exemplarische und programmatische Blatt ist seinem Freund und Förderer gewidmet: dem renommierten Kunsthistoriker, langjährigen Direktor des Dresdner Kupferstichkabinetts und Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Dr. Werner Schmidt.
Schätzpreis: 12.000 €
