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Wollheim, Gert Heinrich

(Loschwitz 1894 - 1974 New York)

Wollheim, Gert Heinrich
(Loschwitz 1894 - 1974 New York)
o.T. (Selbstbildnis). Aquarell, Deckweiß u. Bleistift auf chamoisfarbenem Bütten. 1920. 36,8 x 26,8 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert u. datiert.

Nach seiner Ausbildung an der Kunsthochschule Weimar und seinem Kriegsdienst als Soldat während des Ersten Weltkrieges zog Wollheim zusammen mit seinem Studienfreund Otto Pankok nach Düsseldorf, wo sich beide der Künstlergruppe "Das Junge Rheinland" anschlossen. Er machte Bekanntschaft mit Otto Dix, Max Ernst sowie der Kunsthändlerin Johanna Ey und stellte bei der Großen Kunstausstellung Düsseldorf 1920 seine Bilder aus. Zu dieser Zeit entstand vorliegende Arbeit, vermutlich ein Selbstbildnis, das in wenigen, nervös gesetzten Linien und aus scharfkantigen Umrissen, Überschneidungen und fragmentierten Flächen geformt ist. Geschaffen kurz nach dem Ersten Weltkrieg, steht das Blatt exemplarisch für Wollheims expressiven Zugriff: Das Individuum erscheint nicht als stabile Einheit, sondern als zerlegte, neu zusammengesetzte Figur voll Spannung und Bewegung. In den darauf folgenden Jahren wurden Wollheims ausdrucksstarke, individuelle Werke bei zahlreichen großen Kunstausstellungen in der Weimarer Republik gezeigt. Nach der Machtübernahme des NS-Regimes flüchtete der Künstler 1933 nach Frankreich ins Exil und befand sich von 1939 bis 1944 in verschiedenen Internierungslagern, bevor er nach New York ausreisen konnte. - Leichte Lager- und Alterungsspuren.
Estimated price: 4.000 €