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Rainer, Arnulf
(Baden bei Wien 1929 - 2025 Wien)
Rainer, Arnulf
(Baden bei Wien 1929 - 2025 Wien)
Karl Kraus (aus der Serie "Totenmasken"). Ölkreide u. schwarze Kreide über Schwarzweißfotografie auf Fotopapier. Um 1984. 60 x 47,7 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert, betitelt u. mit der Folgenummer "10" versehen. Verso von fremder Hand bezeichnet.
Rainer schrieb zu der Totenmaskenserie in seinem Artikel "Als wäre es Endgültigkeit": "Zu allen meinen Fotoüberarbeitungen trieb mich eine Suche nach Identifikation, Selbstverwandlung, Dialog, Einfühlung; zumindest war es Neugier, Kommunikationsversuch. Zwiesprache mit den Geistern der Verstorbenen ist ein altes schamanistisches Ritual. Dies ist nicht Ursache meiner Annäherung an die Todesthematik. Nach 10 Jahren verkrampfter Selbstdarstellung berührte mich vor allem die mimisch-physiognomische Sprache dieser Gesichter: das Hinübergeglittene und Gelittene, das Interesse und Affektlose im Ausdruck. Keine Grimasse, keine physiognomische Anspannung, keine dialogsuchende Zuwendung; keinen Beeindruckungsehrgeiz, keinen Verzerrungswillen, keinen Übertreibungsmanierismus gibt es hier. Dafür Gleichgültigkeit als wäre es Formgültigkeit, als wäre es Endgültigkeit." (Rainer in: Hirndrang. Selbstkommentare und andere Texte zu Werk und Person, hrsg. von Otto Breicha, Salzburg, Galerie Welz, 1980, S. 146 f.) - Durch den Übermalungsprozess entstandene, hinterlegte Einrisse und Knitterspuren.
(Baden bei Wien 1929 - 2025 Wien)
Karl Kraus (aus der Serie "Totenmasken"). Ölkreide u. schwarze Kreide über Schwarzweißfotografie auf Fotopapier. Um 1984. 60 x 47,7 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Signiert, betitelt u. mit der Folgenummer "10" versehen. Verso von fremder Hand bezeichnet.
Rainer schrieb zu der Totenmaskenserie in seinem Artikel "Als wäre es Endgültigkeit": "Zu allen meinen Fotoüberarbeitungen trieb mich eine Suche nach Identifikation, Selbstverwandlung, Dialog, Einfühlung; zumindest war es Neugier, Kommunikationsversuch. Zwiesprache mit den Geistern der Verstorbenen ist ein altes schamanistisches Ritual. Dies ist nicht Ursache meiner Annäherung an die Todesthematik. Nach 10 Jahren verkrampfter Selbstdarstellung berührte mich vor allem die mimisch-physiognomische Sprache dieser Gesichter: das Hinübergeglittene und Gelittene, das Interesse und Affektlose im Ausdruck. Keine Grimasse, keine physiognomische Anspannung, keine dialogsuchende Zuwendung; keinen Beeindruckungsehrgeiz, keinen Verzerrungswillen, keinen Übertreibungsmanierismus gibt es hier. Dafür Gleichgültigkeit als wäre es Formgültigkeit, als wäre es Endgültigkeit." (Rainer in: Hirndrang. Selbstkommentare und andere Texte zu Werk und Person, hrsg. von Otto Breicha, Salzburg, Galerie Welz, 1980, S. 146 f.) - Durch den Übermalungsprozess entstandene, hinterlegte Einrisse und Knitterspuren.
Schätzpreis: 14.000 €
