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Reynolds, Alan
(Newmarket 1926 - 2014 Kent)
Reynolds, Alan
(Newmarket 1926 - 2014 Kent)
Structure - Green, Yellow, Black and Red. Öl auf Karton. 1961. 111 x 100,5 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso Etikett der Redfern Gallery, London, dort von fremder Hand signiert, datiert u. betitelt.
Provenienz: Von der Vorbesitzerin in der Galerie Annely Juda Fine Art, London, erworben. - Ausgestellt in: Pittsburgh International Exhibition of Contemporary Painting. Pittsburgh, Carnegie Institute, Department of Fine Art, 1961 (verso Ausstellungsetikett). - Unser 1961 entstandenes Werk gehört zu jener entscheidenden Übergangsphase, in der sich Reynolds von der neo-romantischen Landschaftsmalerei löste und zu einer eigenständigen konstruktiven Bildsprache fand. Die Hinwendung zur Abstraktion bedeutete dabei keinen vollständigen Bruch mit der Natur. Vielmehr überführte der Künstler deren wahrgenommene Gliederungen, Rhythmen und Kräfteverhältnisse in ein autonomes Gefüge aus Fläche, Farbe und Proportion. Die Komposition wird von einem tiefen, nahezu schwarzen Farbfeld beherrscht. An den Rändern treten kleinere grüne, gelbe und rote Farbkörper hervor. Besonders das kräftige Rot rechts oben und das warme Gelb im unteren rechten Bereich wirken wie visuelle Akzente innerhalb der dunklen Grundstruktur. Links antwortet ihnen eine große, angeschnittene ovale Form in gedämpftem Grün. Helle Zonen am oberen und unteren Bildrand öffnen die Komposition und setzen der Schwere des Zentrums eine lichte, beinahe schwebende Gegenbewegung entgegen. - Reynolds vermeidet die makellose Oberfläche und die mathematische Härte einer rein geometrischen Abstraktion. Die Farbfelder besitzen sichtbare malerische Texturen; Kanten bleiben stellenweise offen, überarbeitet oder leicht verschoben. Dadurch bewahrt das Bild den Charakter eines gewachsenen Organismus. Ordnung und Improvisation, Stabilität und Bewegung halten sich gegenseitig im Gleichgewicht. Gerade diese Balance gehört zu den grundlegenden Anliegen des Künstlers, dessen Werk von der Galeristin Annely Juda als eine lebenslange Suche nach dem Gleichgewicht beschrieben wird. - Der Titel Structure verweist entsprechend weniger auf ein dargestelltes Motiv als auf das eigentliche Thema des Bildes: das Verhältnis der einzelnen Formen zueinander und zum Ganzen. Die stark begrenzte Palette dient nicht der Beschreibung sichtbarer Gegenstände. Farbe wird vielmehr als strukturelle Kraft eingesetzt. So entsteht ein Bildgefüge, das zugleich architektonisch und lebendig erscheint. - Bereits Reynolds' gefeierte Gemälde der 1950er Jahre waren durch starke horizontale Teilungen und eine zunehmende Vereinfachung natürlicher Formen bestimmt. Ab 1958 trat die gegenständliche Erscheinung immer weiter zurück. Dabei waren insbesondere Paul Klee, dessen Werk Reynolds unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland kennenlernte, sowie Piet Mondrian wichtige Bezugspunkte. Anders als Mondrian behielt Reynolds jedoch eine spürbar malerische, intuitive und von Naturerfahrung geprägte Formensprache bei. Die frühe internationale Präsentation unseres Gemäldes unterstreicht seinen Rang. Noch im Entstehungsjahr war es in der Pittsburgh International Exhibition of Contemporary Painting des Carnegie Institute zu sehen. Structure - Green, Yellow, Black and Red ist damit nicht nur ein charakteristisches Beispiel der britischen Nachkriegsabstraktion, sondern ein Schlüsselwerk innerhalb von Reynolds' persönlicher Entwicklung. In seiner Verbindung von geometrischer Disziplin, malerischer Empfindsamkeit und unterschwelliger Naturerinnerung zeigt es einen Künstler, der Abstraktion nicht als Verzicht, sondern als Vertiefung verstand: als Suche nach einer Ordnung hinter den sichtbaren Dingen. - Minimale Randläsuren.
(Newmarket 1926 - 2014 Kent)
Structure - Green, Yellow, Black and Red. Öl auf Karton. 1961. 111 x 100,5 cm. Gerahmt.
Signiert. Verso Etikett der Redfern Gallery, London, dort von fremder Hand signiert, datiert u. betitelt.
Provenienz: Von der Vorbesitzerin in der Galerie Annely Juda Fine Art, London, erworben. - Ausgestellt in: Pittsburgh International Exhibition of Contemporary Painting. Pittsburgh, Carnegie Institute, Department of Fine Art, 1961 (verso Ausstellungsetikett). - Unser 1961 entstandenes Werk gehört zu jener entscheidenden Übergangsphase, in der sich Reynolds von der neo-romantischen Landschaftsmalerei löste und zu einer eigenständigen konstruktiven Bildsprache fand. Die Hinwendung zur Abstraktion bedeutete dabei keinen vollständigen Bruch mit der Natur. Vielmehr überführte der Künstler deren wahrgenommene Gliederungen, Rhythmen und Kräfteverhältnisse in ein autonomes Gefüge aus Fläche, Farbe und Proportion. Die Komposition wird von einem tiefen, nahezu schwarzen Farbfeld beherrscht. An den Rändern treten kleinere grüne, gelbe und rote Farbkörper hervor. Besonders das kräftige Rot rechts oben und das warme Gelb im unteren rechten Bereich wirken wie visuelle Akzente innerhalb der dunklen Grundstruktur. Links antwortet ihnen eine große, angeschnittene ovale Form in gedämpftem Grün. Helle Zonen am oberen und unteren Bildrand öffnen die Komposition und setzen der Schwere des Zentrums eine lichte, beinahe schwebende Gegenbewegung entgegen. - Reynolds vermeidet die makellose Oberfläche und die mathematische Härte einer rein geometrischen Abstraktion. Die Farbfelder besitzen sichtbare malerische Texturen; Kanten bleiben stellenweise offen, überarbeitet oder leicht verschoben. Dadurch bewahrt das Bild den Charakter eines gewachsenen Organismus. Ordnung und Improvisation, Stabilität und Bewegung halten sich gegenseitig im Gleichgewicht. Gerade diese Balance gehört zu den grundlegenden Anliegen des Künstlers, dessen Werk von der Galeristin Annely Juda als eine lebenslange Suche nach dem Gleichgewicht beschrieben wird. - Der Titel Structure verweist entsprechend weniger auf ein dargestelltes Motiv als auf das eigentliche Thema des Bildes: das Verhältnis der einzelnen Formen zueinander und zum Ganzen. Die stark begrenzte Palette dient nicht der Beschreibung sichtbarer Gegenstände. Farbe wird vielmehr als strukturelle Kraft eingesetzt. So entsteht ein Bildgefüge, das zugleich architektonisch und lebendig erscheint. - Bereits Reynolds' gefeierte Gemälde der 1950er Jahre waren durch starke horizontale Teilungen und eine zunehmende Vereinfachung natürlicher Formen bestimmt. Ab 1958 trat die gegenständliche Erscheinung immer weiter zurück. Dabei waren insbesondere Paul Klee, dessen Werk Reynolds unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland kennenlernte, sowie Piet Mondrian wichtige Bezugspunkte. Anders als Mondrian behielt Reynolds jedoch eine spürbar malerische, intuitive und von Naturerfahrung geprägte Formensprache bei. Die frühe internationale Präsentation unseres Gemäldes unterstreicht seinen Rang. Noch im Entstehungsjahr war es in der Pittsburgh International Exhibition of Contemporary Painting des Carnegie Institute zu sehen. Structure - Green, Yellow, Black and Red ist damit nicht nur ein charakteristisches Beispiel der britischen Nachkriegsabstraktion, sondern ein Schlüsselwerk innerhalb von Reynolds' persönlicher Entwicklung. In seiner Verbindung von geometrischer Disziplin, malerischer Empfindsamkeit und unterschwelliger Naturerinnerung zeigt es einen Künstler, der Abstraktion nicht als Verzicht, sondern als Vertiefung verstand: als Suche nach einer Ordnung hinter den sichtbaren Dingen. - Minimale Randläsuren.
Schätzpreis: 12.000 €
