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Loeber, Lou
(Amsterdam 1894 - 1983 Blaricum)
Loeber, Lou
(Amsterdam 1894 - 1983 Blaricum)
Kop (Porträt Toon Verhoef). Öl auf Papier, auf Hartfaser montiert. 1925. 59,6 x 46,8 cm. Gerahmt.
Monogrammiert u. datiert. Verso in Versalien signiert, datiert u. betitelt.
Provenienz: Kunsthandel Bas Meijer, Utrecht; Privatsammlung Utrecht; E.J. van Wisselingh & Co., Haarlem; Privatsammlung Amsterdam. - Ausgestellt in: Lou Loeber - Utopie en werkelijkheid. Zwolle, Waanders Uitgevers, 1993, Katalog-Nr. 13 sowie ausgestellt und abgebildet in: Lou Loeber - en haar inzet voor socialistische kunst. Den Haag, Rode Haring, 2026, S. 5 und 12. - Die rechte obere Ecke mit leichter Läsur. - Beigegeben: Dieselbe. Kop (Vorzeichnung zum Gemälde). Bleistift auf Pergamin. 1925. 65 x 51,5 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt. Datiert. Mit zahlreichen handschriftlichen Farbnotizen der Künstlerin. Atelierspuren und Läsuren, teilweise hinterlegt. - Beeinflusst vom Konstruktivismus und den Ideen der Künstlergruppe De Stijl überführte Lou Loeber das Porträt des Kubisten Toon Verhoef (Pseudonym von Karel Luberti, 1893-1979) in eine reduzierte, geometrisch-abstrakte Bildsprache. Aus dem individuellen Abbild ihres Künstlerfreundes entwickelte sie eine universelle, von persönlichen Merkmalen gelöste Formensprache. - 1918 brach die sozialistisch engagierte Künstlerin ihr Studium an der Amsterdamer Reichsakademie der Bildenden Künste vorzeitig ab, da sie deren konservative Ausrichtung ablehnte. Inspiriert von Piet Mondrian, Albert Gleizes und Le Corbusier schuf sie Werke, die bereits zu Beginn der 1920er Jahre in ersten Ausstellungen gezeigt wurden. - 1927 besuchte Loeber Walter Gropius am Bauhaus in Dessau, wo sie weitere Impulse für ihren künstlerischen Werdegang erhielt. In dieser Zeit entwickelte sie ein System, mit dem sich mehrere Fassungen eines Motivs herstellen ließen, und übertrug das modernistische Prinzip der Serialität auf ihre Malerei. Durch die Möglichkeit der Vervielfältigung konnte sie ihre Werke kostengünstiger anbieten und moderne Kunst über verschiedene Medien einem breiteren Publikum zugänglich machen. - Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Künstler Dirk Koning, gründete Loeber 1932 einen Kunstverleih, der ihre Arbeiten zu erschwinglichen Preisen vermietete. Damit verfolgte sie das Ziel, moderne Kunst einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. - In ihren Erinnerungen formulierte sie ihre künstlerische und gesellschaftliche Überzeugung: "Die vereinfachte, abstrahierte Formgebung, die auf rhythmischen Verhältnissen von Formen, Linien und Farben basiert, verleiht dem allgemein Menschlichen ... auf direkte Weise Ausdruck. Eine ausgeglichene sozialistische Gesellschaft könnte es Menschen ermöglichen, zu einem tieferen Bewusstsein des allgemein Menschlichen zu gelangen. Umgekehrt könnte, so hoffe auch ich, eine solche Malerei dieses Bewusstsein bereits zuvor bei den dafür Empfänglichen wecken und so das Streben nach einer ausgeglichenen Gesellschaft anregen." (Herinneringen door Lou Loeber, in: Centraal Museum Utrecht, Mededelingen, Nr. 28-29, 1980, S. 25)
(Amsterdam 1894 - 1983 Blaricum)
Kop (Porträt Toon Verhoef). Öl auf Papier, auf Hartfaser montiert. 1925. 59,6 x 46,8 cm. Gerahmt.
Monogrammiert u. datiert. Verso in Versalien signiert, datiert u. betitelt.
Provenienz: Kunsthandel Bas Meijer, Utrecht; Privatsammlung Utrecht; E.J. van Wisselingh & Co., Haarlem; Privatsammlung Amsterdam. - Ausgestellt in: Lou Loeber - Utopie en werkelijkheid. Zwolle, Waanders Uitgevers, 1993, Katalog-Nr. 13 sowie ausgestellt und abgebildet in: Lou Loeber - en haar inzet voor socialistische kunst. Den Haag, Rode Haring, 2026, S. 5 und 12. - Die rechte obere Ecke mit leichter Läsur. - Beigegeben: Dieselbe. Kop (Vorzeichnung zum Gemälde). Bleistift auf Pergamin. 1925. 65 x 51,5 cm, unter Passepartout. Unter Glas gerahmt. Datiert. Mit zahlreichen handschriftlichen Farbnotizen der Künstlerin. Atelierspuren und Läsuren, teilweise hinterlegt. - Beeinflusst vom Konstruktivismus und den Ideen der Künstlergruppe De Stijl überführte Lou Loeber das Porträt des Kubisten Toon Verhoef (Pseudonym von Karel Luberti, 1893-1979) in eine reduzierte, geometrisch-abstrakte Bildsprache. Aus dem individuellen Abbild ihres Künstlerfreundes entwickelte sie eine universelle, von persönlichen Merkmalen gelöste Formensprache. - 1918 brach die sozialistisch engagierte Künstlerin ihr Studium an der Amsterdamer Reichsakademie der Bildenden Künste vorzeitig ab, da sie deren konservative Ausrichtung ablehnte. Inspiriert von Piet Mondrian, Albert Gleizes und Le Corbusier schuf sie Werke, die bereits zu Beginn der 1920er Jahre in ersten Ausstellungen gezeigt wurden. - 1927 besuchte Loeber Walter Gropius am Bauhaus in Dessau, wo sie weitere Impulse für ihren künstlerischen Werdegang erhielt. In dieser Zeit entwickelte sie ein System, mit dem sich mehrere Fassungen eines Motivs herstellen ließen, und übertrug das modernistische Prinzip der Serialität auf ihre Malerei. Durch die Möglichkeit der Vervielfältigung konnte sie ihre Werke kostengünstiger anbieten und moderne Kunst über verschiedene Medien einem breiteren Publikum zugänglich machen. - Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Künstler Dirk Koning, gründete Loeber 1932 einen Kunstverleih, der ihre Arbeiten zu erschwinglichen Preisen vermietete. Damit verfolgte sie das Ziel, moderne Kunst einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. - In ihren Erinnerungen formulierte sie ihre künstlerische und gesellschaftliche Überzeugung: "Die vereinfachte, abstrahierte Formgebung, die auf rhythmischen Verhältnissen von Formen, Linien und Farben basiert, verleiht dem allgemein Menschlichen ... auf direkte Weise Ausdruck. Eine ausgeglichene sozialistische Gesellschaft könnte es Menschen ermöglichen, zu einem tieferen Bewusstsein des allgemein Menschlichen zu gelangen. Umgekehrt könnte, so hoffe auch ich, eine solche Malerei dieses Bewusstsein bereits zuvor bei den dafür Empfänglichen wecken und so das Streben nach einer ausgeglichenen Gesellschaft anregen." (Herinneringen door Lou Loeber, in: Centraal Museum Utrecht, Mededelingen, Nr. 28-29, 1980, S. 25)
Schätzpreis: 8.000 €
