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Klee, Paul
(Buchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto)
Klee, Paul
(Buchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto)
Physiognomisches Teilbild. Feder in Tusche auf Papier. 1925. 19,3 x 14,5 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Fest auf dem Unterlagekarton montiert, dort datiert, betitelt sowie mit der Werknummer "H. null" (= 170) versehen.
Paul-Klee-Stiftung Bern, IV, 3851 - Grohmann 1925.62 - Provenienz: Sammlung Daniel-Henry Kahnweiler, Paris; Sammlung Curt Valentin (The Buchholz Gallery, Curt Valentin Gallery), Berlin/New York; Sammlung Lyonel Feininger, New York, danach in Familienbesitz (durch Erbfolge); Marlborough Fine Art Gallery, London/Vaduz; Privatsammlung Essen; Privatsammlung Berlin. - Ausgestellt und abgebildet u.a. in: Elan Vital oder das Auge des Eros. München, Haus der Kunst, 1994, Katalog-Nr. 341, Abb. 38 sowie in: Bauhaus 99. 99 Jahre Bauhaus. Berlin, Galerie Derda, 2018, Katalog-Nr. 10, S. 21. - Wie viele Werke Paul Klees aus den 1920er Jahren gibt auch vorliegende Zeichnung den Einfluss des Bauhauses sowie Klees Beschäftigung mit kindlicher Unbefangenheit, surrealistischen Elementen und musikalischen Kompositionstechniken wieder. - Aufgrund der veränderten politischen Lage in Thüringen zog das Bauhaus 1925 von Weimar nach Dessau um - ein Einschnitt, der auch Paul Klees Leben aus der Balance brachte. In diese Phase des Umbruchs fällt die vorliegende Arbeit. Klee verband filigrane Linien zu einer Komposition aus Augen, Mündern und pflanzlichen Motiven und schuf damit sein "Physiognomisches Teilbild". Dieses Werk ist Ausdruck eines allmählichen Wandlungsprozesses und verdeutlicht eindrucksvoll Klees Bestreben, Gesichter nicht nur als äußere Erscheinungen, sondern auch als Spiegel innerer Zustände darzustellen. - Klees persönliche Lebens- und Arbeitsvorstellungen als produzierender Künstler waren mit seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus in Dessau zunehmend schwieriger zu vereinen. 1930, ein Jahr vor der Niederlegung seiner Tätigkeit, schrieb er an seine Frau Lily: "Die Bauhausarbeit ist leicht, wenn man nicht als Maler sich verpflichtet fühlt, etwas zu producieren [...]. Das Amt an sich wäre leicht genug. Wenn ich es einem schenken könnte, der nichts 'daneben' tun muss, ich machte ihn sehr glücklich. Aber er wäre dann kein Künstler, und die Sache ginge 'daneben'. Es wird einer kommen müssen, der seine Kräfte eleganter spannt als ich." (Zitiert nach: Felix Klee (Hrsg.), Briefe an die Familie. 1893-1940, Köln 1979, S. 1129 f.)
(Buchsee bei Bern 1879 - 1940 Muralto)
Physiognomisches Teilbild. Feder in Tusche auf Papier. 1925. 19,3 x 14,5 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Fest auf dem Unterlagekarton montiert, dort datiert, betitelt sowie mit der Werknummer "H. null" (= 170) versehen.
Paul-Klee-Stiftung Bern, IV, 3851 - Grohmann 1925.62 - Provenienz: Sammlung Daniel-Henry Kahnweiler, Paris; Sammlung Curt Valentin (The Buchholz Gallery, Curt Valentin Gallery), Berlin/New York; Sammlung Lyonel Feininger, New York, danach in Familienbesitz (durch Erbfolge); Marlborough Fine Art Gallery, London/Vaduz; Privatsammlung Essen; Privatsammlung Berlin. - Ausgestellt und abgebildet u.a. in: Elan Vital oder das Auge des Eros. München, Haus der Kunst, 1994, Katalog-Nr. 341, Abb. 38 sowie in: Bauhaus 99. 99 Jahre Bauhaus. Berlin, Galerie Derda, 2018, Katalog-Nr. 10, S. 21. - Wie viele Werke Paul Klees aus den 1920er Jahren gibt auch vorliegende Zeichnung den Einfluss des Bauhauses sowie Klees Beschäftigung mit kindlicher Unbefangenheit, surrealistischen Elementen und musikalischen Kompositionstechniken wieder. - Aufgrund der veränderten politischen Lage in Thüringen zog das Bauhaus 1925 von Weimar nach Dessau um - ein Einschnitt, der auch Paul Klees Leben aus der Balance brachte. In diese Phase des Umbruchs fällt die vorliegende Arbeit. Klee verband filigrane Linien zu einer Komposition aus Augen, Mündern und pflanzlichen Motiven und schuf damit sein "Physiognomisches Teilbild". Dieses Werk ist Ausdruck eines allmählichen Wandlungsprozesses und verdeutlicht eindrucksvoll Klees Bestreben, Gesichter nicht nur als äußere Erscheinungen, sondern auch als Spiegel innerer Zustände darzustellen. - Klees persönliche Lebens- und Arbeitsvorstellungen als produzierender Künstler waren mit seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus in Dessau zunehmend schwieriger zu vereinen. 1930, ein Jahr vor der Niederlegung seiner Tätigkeit, schrieb er an seine Frau Lily: "Die Bauhausarbeit ist leicht, wenn man nicht als Maler sich verpflichtet fühlt, etwas zu producieren [...]. Das Amt an sich wäre leicht genug. Wenn ich es einem schenken könnte, der nichts 'daneben' tun muss, ich machte ihn sehr glücklich. Aber er wäre dann kein Künstler, und die Sache ginge 'daneben'. Es wird einer kommen müssen, der seine Kräfte eleganter spannt als ich." (Zitiert nach: Felix Klee (Hrsg.), Briefe an die Familie. 1893-1940, Köln 1979, S. 1129 f.)
Schätzpreis: 20.000 €