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Tübke, Werner
(Schönebeck 1929 - 2004 Leipzig)
Anne. Öl auf Leinwand. 1953. 50 x 40 cm. Gerahmt.
Signiert, datiert u. betitelt.

Schulze 9 - Ausgestellt in: Kunstausstellung Bezirk Leipzig, Museum der bildenden Künste, 1954, Katalog-Nr. 113. - In diesem frühen Ölgemälde porträtierte Tübke seine erste Ehefrau Anneliese Heer, mit der er von 1952 bis 1959 verheiratet war. Er stellte sie mit Barett vor einem dunklen, unbestimmten Hintergrund dar, der ihr jugendliches Gesicht hervorhebt und die Bildnisse Rembrandts als Vorbild erkennen lässt. In dem Büchlein "Zirkel für bildende Kunst" von 1954 schrieb der junge Künstler seine Grundsätze für realistische Kunst nieder, die auf dem Studium der Natur, mit dem Mittelpunkt "Mensch" sowie auf den "alten Meistern", mit Vorrang der Renaissance, basierten. Bausteine hierzu waren detaillierte Kenntnisse der menschlichen Anatomie, der Perspektive, der Farblehre und eine genaue Hell-Dunkel-Analyse. Diese systematische Herangehensweise und sein klar strukturierter, bewusster Malprozess fußten auf einer festen Überzeugung und Willenskraft, die den Künstler manchmal distanziert wirken ließen. Wenn Kollegen seinen Lieblingsbegriff der "Hell-Dunkel-Analyse" in "Hell-Dunkel-Anneliese" verwandelten, so belegt das, neben dem mitschwingenden Anflug von Neid, eben diese Konzentration und Kenntnis, die Tübke unerschütterlich wirken ließ. Zugleich unterstreicht es die Bedeutung seiner Frau Anneliese, die offensichtlich in vorliegendem Bild als wichtiges Sujet und malerisches Prinzip jene zentralen Werte verkörperte, die der Künstler sein ganzes Leben lang verfolgte. (Vgl. Günter Meißner, 1989, S. 34f.) - Zwei leichte Kratzspuren. Retuschen.
Limitpreis: 30.000 €