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Altenbourg, Gerhard

(Rödichen-Schnepfenthal 1926 - 1989 bei Meißen)

Altenbourg, Gerhard
(Rödichen-Schnepfenthal 1926 - 1989 bei Meißen)
Heb dein Pfötchen, Tier. Aquarell, Tempera, Feder in Tusche u. Bleistift auf festem Karton. 1976. 21 x 29,7 cm, im Passepartout freigestellt. Unter Glas gerahmt.
Monogrammiert. Verso signiert, monogrammiert, datiert u. betitelt.

Janda 76/22 - Provenienz: Galerie Brusberg, Hannover; Privatsammlung München. - Die Metamorphose zwischen Mensch und Natur ist eines der Hauptthemen in Altenbourgs Schaffen. Immer wieder formt und verzieht er Köpfe und Körper zu Landschaften und anthropomorphisiert andersherum die Landschaft. Mitunter entstehen Mischwesen, wie im vorliegenden Aquarell, die nicht eindeutig zu bestimmen sind. Halb sitzend, halb schwebend, einzelne Elemente erinnern an Hände, Augen oder einen Fuß; kategorisieren lassen sie sich aber nicht. Auch der Bildraum lässt sich nicht festsetzen. Was zunächst rätselhaft bleibt, expliziert sich im Titel und verweist auf die bereits jahrhundertealte Analogisierung der animalischen Morphologie mit der menschlichen Sexualität. Geheimnis, Spannung, Dichte, Nähe und Ferne bestimmen vorliegende Komposition. - Altenbourg verfeinerte seine Bilder mit unglaublicher Hingabe bis ins kleinste, ja winzigste Detail. Immer tiefer vermag der Betrachter in den Kosmos des Künstlers einzutauchen und möchte sich auf seinen Fährten verlieren. Über den Entstehungsprozess seiner Bilder schrieb Altenbourg: "Über einer lichten Farbigkeit siedelt es sich an, oder über einigen großen Liniengerüsten. Gewusel, erste Kritzelspuren. Es kratzt sich, Kritzel-Erkenntnis. In die Zwischenräume sintert es. Tupfengewoge, Verringern der Zwischenräume..., in die wiederum entstandenen Zwischenräume hinein werden Häkchen gesetzt, in die Zwischenräume der Zwischenräume die letzten Winzigkeiten. Überlagerungen, bis ein waberndes Gewoge entsteht. Entstehen des Entstehens, Prozeßhaftes." (Retrospektive 2004, S.17)
Schätzpreis: 22.000 €